Bericht vom Musikkorps Rendsburg - Klingende Herbstparade beim Rendsburger Herbst

 

Am 28. August 2004 führte das Musikkorps Rendsburg seine 5. Klingende Herbstparade im Rahmen des 30. Stadtfestes „Rendsburger Herbst“ durch. Trotz vorausgegangener Konflikte, zeitlichen Verzögerungen und einigen Stolpersteinen vor Ort konnte auch dieses kleine Jubiläum mit Bravour und immerhin 400 Musikanten aus dem In- und Ausland durchgeführt werden. 

 

Für die Rendsburger begann die Arbeit bereits am 22. August 2004, als der erste Musikverein, der Spielmannszug Graz/Österreich gegen Mittag eintrudelte. Die Österreicher sollten eigentlich in einer festlich geschmückten Deulahalle und gedecktem Tisch zum Grillen in Empfang genommen werden, machten den Musikkollegen aus Rendsburg aber einen Strich durch die Rechnung, indem sie ein paar Stunden zu früh eintrudelten. Naja, so wurde Arbeit gespart und die Musikkorpsler strichen den Raumschmuck. Es war aber auch nicht weiter schlimm; denn das Wetter lud dazu ein draußen zu sitzen und zu grillen.

  

Es wurde ein spaßiger Kennenlerntag: Die Jugendabteilung vom Musikkorps Rendsburg und Christina Klink hatten ein paar nette und obendrein witzige Spiele parat,

die gern angenommen wurden und sofort den Funken zwischen den beiden Gruppen überspringen ließen.


   

Im Lauf der Woche reisten die Österreicher durch die Gegend, immer in Begleitung von Rendsburgern. Ziele waren Kiel, Laboe, Lübeck, Travemünde, Itzehoe, Kappeln, das Legoland, der Heidepark Soltau und Kampen.  Es waren schöne Tage, und man stellte wieder mal fest, wie klein die Welt ist; denn die Eheleute Klink als Vereinsleitung des Musikkorps Rendsburg haben beide mit einem der Grazer unter der Stabführung des Gründers vom SZ Graz schon zusammengespielt. Das war 1966 und 1976 bei ÖTB-Festen in Linz und Salzburg.

   

Am Mittwoch und Donnerstag war neben der Begleitung der Gäste für den größten Teil der Rendsburger der Aufbau von Infozelten im Stadtseegelände angesagt. Wie immer packten alle zu, und sogar die jüngsten schleppten Tische und Bänke.

 

Der Freitag war vollgepackt mit harter Arbeit. Vormittags wurden die Kaffeezelte hergerichtet und das Personal eingewiesen und nebenbei zeigte man den Grazer Gästen die Innenstadt und begleitete sie zu einem Konzert nach Itzehoe. Nachmittags musste die Unterkünfte hergerichtet - Tische und Stühle beiseite geräumt werden. Und abends wurden die nächsten Gäste in Empfang genommen. Die Musikfreunde aus Mönchengladbach erwartete man schon um ca. 18 Uhr. Allerdings hatten die unterwegs Pech, der Hänger ging kaputt, man musste eine Werkstatt anfahren. Und so trudelten sie um ein paar Stunden verspätet um etwa 22 Uhr ein, gefolgt von der Greve Pigegarde aus Dänemark und den Rathenower Optis. Da die Rendsburger Kiddies die Ankunft der Gäste nicht verpassen wollte, tummelten sie sich im Infozelt im Stadtseegelände. Während der Wartezeit trudelte auch die Security (Sicherheitskräfte und Ordnungsamt), die in diesem Jahr ein sehr waches Auge auf das Stadtfest und insbesondere Minderjährige hielten, auch dort vorbei: "Ist das hier eine Kinderauffangstelle?" fragte einer der Herren. Doch die Antwort: "Wir warten hier auf Gäste der Klingenden Herbstparade," nahm man nicht ganz hin. Es folgte ein scharfer Blick auf die Kinder und Jugendlichen. Doch es gab ja nichts zu beanstanden. Und nachdem die Gäste alle da waren, war der Kinderspuk im Infozelt auch vorbei. Für einige der Rendsburger, die Nachwachen schieben musste, klang der Abend aber bei Smalltalk, Bier und Wein in der Unterkunft aus, in der etwa um 2 Uhr aber auch Ruhe einkehrte.

  

Sonnabend hieß es dann wieder mal „volle Power“ für die Mitglieder und Helfer im Musikkorps Rendsburg. Um 10 Uhr sammelten sich alle Aktiven an den Infozelten; denn um 11:00 Uhr erwartete man als nächsten Gastmusikzug den Fanfarenzug Salzgitter gefolgt von allen anderen Musikfreunden aus Quickborn, Kiel, Eckernförde und Timmaspe. Nach den vorausgegangenen Konflikten mit dem RD Marketing als Veranstalter der Klingenden Herbstparade rechnete man auch mit plötzlichen Hürden, die spontanes Handeln aller Aktiven fordern könnten. Recht hatte man. Das Mittagessen fiel für einige von uns aus, weil die Polizei unverhofft die Marschroute verbot, so dass auf die Schnelle eine neue gewählt werden musste, die dem Zeitplan entsprach. Also musste man sie auch ablaufen. Darüber hinaus hielt der Veranstalter es nicht für nötig den Schiffbrückenplatz für die Klingende Herbstparade freizumachen und mit Absperrungen zu versehen. Während der Dirigentenbesprechung und dem Sammeln der Musikzüge zur Parade erfuhr Hans-Jürgen Klink, dass Bierbuden, Beschallungszelt, Tische und Bänke die Mitte des Platzes versperrten. Nun war schnelles Handeln erforderlich und alles, was im Musikkorps Rendsburg Arme und Beine hat, wurde mobilisiert um den Platz für den Einmarsch der Musikzüge und die Eröffnung der Veranstaltung freizufegen. Zugbegleiter und Hintergrunddienste wurden dafür abgezogen.

  

Es war ein schweres Unterfangen; denn Verantwortliche waren nicht aufzutreiben, die Bierbuden waren geschlossen und standen wohl noch vom Vortag da. Man konnte sie z. T. nicht von Hand bewegen und stand etwas hilflos da. Aber zum Glück half eine ehemalige Kollegin aus dem früheren Arbeitskreis-RD-Herbst, die auf die Schnelle einen LKW heranpfiff, damit die Bierbuden, die sich nicht per Hand bewegen ließen, damit die Bierbuden vom Platz kamen. Die Helfer vom Musikkorps Rendsburg entsorgten per Hand das Beschallungszelt, Tische und Bänke. Sie machten das Beste aus der Situation und verwendeten die Bänke als Publikumsabsperrung, die natürlich auch fehlte. Die Zuschauer freuten sich, so konnten sie sich wenigstens setzen.

  

Inzwischen wartete Christina Klink an der Eiderkaserne mal wieder vergeblich auf die Polizeieskorte. Obwohl man kurz vorher noch über Handy kontaktet hatte und eine Sicherung der Parade zugesagt wurde, erschien kein Polizist. Und so musste schutzlos durch das Zentrum marschieren z. ´T. gefährlich bedrängt von aus Seitenstraßen kommenden, zwischen den Musikzügen einscherenden und obendrein noch überholenden PKW´s. Nur gut, dass niemand zu Schaden kam.

  

Trotz allem ärgerten die Rendsburger sich nicht; denn vereinsintern waren alle im Vorweg darauf hingewiesen worden, dass nach den Konflikten mit Boykotten zu rechnen sei und dass es in diesem Jahr nur heißen kann: „Ruhe bewahren und spontan handeln“ – Das klappte hervorragend. Und nachdem die Rückmeldung kam, dass der Schiffbrückenplatz freigeschaufelt ist, und dass uns das Publikum schon sehnsüchtig erwartete, nachdem die Einmarsch im Programmheft auch noch falsch angegeben war, marschierte die Parade pünktlich los. Und wenigstens Petrus war auf unserer Seite; denn bis zum Mittag bescherte er ziemlich heftige Regengüsse, doch mit dem Beginn der Parade wurden die Regenwolken vom Himmel gefegt.

    

Die Veranstaltung auf dem Schiffbrückenplatz kann man nur als gelungen bezeichnen. Die Sonne scheinte und der Platz war vom Publikum eng umsäumt. Als die 400-köpfige Musikerparade aufmarschiert war, wurde sie von Hans-Jürgen Klink begrüßt. Im Anschluss begrüßte auch der Schirmherr, Bürgermeister Andreas Breitner,
 
die musikalischen Gäste – dreisprachig - und eröffnete das Programm auf dem Schiffbrückenplatz. Der Moderator, Karl Meier, der das Musikkorps Rendsburg als ehemaliger Kollege im Arbeitskreis Rendsburger Herbst auch in der Vergangenheit stets unterstützte, hatte eine nette Überraschung zur 5-Jahresfeier parat. Er moderierte als Symbolfigur „Bürger Karl“ und brachte zur Verstärkung seine Partnerin, „Bürgerin Katharina“, mit.
 
In ihren Trachten moderierten sie abwechselnd und erfrischend durch das Programm, was die Veranstaltung noch bunter machte und für gute Laune sorgte. Doch bevor das Programm beginnen konnte, gab es noch eine Überraschung aus Salzgitter:

 

Rainer Kreismer, der Vorsitzende vom dortigen Fanfarenzug der Ffw. überbrachte eine handsignierte Dankesgabe vom Oberbürgermeister  Helmut Knebel aus Salzgitter für den Schirmherren Bürgermeister Breitner. Dieser hatte sich nach den öffentlichen Konflikten um die Klingende Herbstparade im letzten Jahr für den Fortbestand der Veranstaltung eingesetzt und die Kontrahenten, RD-Marketing und Musikkorps Rendsburg, wieder an einen Tisch gebracht. Für das Musikkorps Rendsburg waren auch Gaben aus Salzgitter dabei, Rainer Kreismer übergab dem Verein und dem Ehepaar Klink Collagen für 5 + 1 Jahr persönliche und sehr herzliche Freundschaft zwischen den Vereinen.

 

Es folgte der Ausmarsch aller Teilnehmer und nun konnten sich die Musikzüge wie immer mit ihrem sehr ausgewogenen Programm bei Sonnenschein auf dem Schiffbrückenplatz präsentieren. Die Sunshine Bläser begeisterten mit 40 Musikern zu Beginn mit Stimmungsmusik von der Bühne. Sie hatten ihre eigene Beschallung mitgebracht und legten – für das Musikkorps Rendsburg überraschend – mit einer Stimmungs- und Tanzmusik los, die wohl allen in die Beine fuhr. Dass der Vorsitzende und gleichzeitig Sänger auch noch ein großer Spaßmacher war, sorgte für allerbeste Stimmung.

 

Danach folgten die Darbietungen der anderen Teilnehmer auf dem Platz. Schade war, dass sich die Dänen auf dem engen Platz nicht in voller Pracht zeigen konnten; denn immerhin handelte es sich bei der Greve Pigegarde um die beste showlaufende Mädchengarde Dänemarks, die auch erfolgreich auf Weltmeisterschaften für Marchingbands startet. Sie konnte nur ein Minimarschtraining auf dem Platz zeigen, was aber durchaus auch ein Augenschmaus für das Publikum war.

   

Die Gäste aus Graz begeisterten mit hervorragend gespielter konzertanter Musik der Höchststufe. Aber was sollte man auch sonst vom zweitbesten Orchester Österreichs erwarten. Und auch andere Spielleute mussten sich nicht verstecken. Salzgitter überraschte mit einem neuen Sound, während die beiden Schalmeienorchester aus  Kiel und Rathenow mit Showeinlagen überraschten und die Quickborner mit ihrem schönen und ausgewogenen Repertoire wie immer ein sehr gutes Bild abgaben. Dem Bürger Karl fiel auf, dass das Zusammenspiel von Flöten und Fanfaren bei den Quickbornern sehr ausgewogen ist. Die Spielmannszüge aus Timmaspe und Eckernförde sorgten auch nicht nur bei ihren Freunden im Musikkorps Rendsburg für gute Stimmung.

 

Am Schluss spielte der Gastgeber aus Rendsburg. Musikalisch war das Musikkorps Rendsburg im Verhältnis zum Meisterschaftserfolg in Mainz zwar ein klein wenig lädiert und konnte in diesem Jahr auch keine Showeinlage zeigen, weil die Stadt ihm über die Sommerferien keine Schule zum Proben zur Verfügung stellte. Aber verstecken musste es sich deshalb nicht. Die Mitglieder im Musikkorps Rendsburg lesen ja allesamt Noten und sind es gewohnt Eigenverantwortung am Instrument zu zeigen und als Einzelkämpfer aus jeder Situation das Beste zu machen. Und so wurde die Präsentation auch mit reichlich Applaus vom Publikum honoriert. 
 
Mit dem vom Musikkorps Rendsburg gespielten Titel „Highland Cathedral“ klang die 5. Klingende Herbstparade aus. Die Teilnehmer erhielten noch ein Gastgeschenk und die Grazer überreichten dabei eine Dankesgabe an das Musikkorps Rendsburg – ein Buch über die Steiermark, das den Rendsburgern einen Vorgeschmack auf den Gegenbesuch in Österreich geben soll. Im Anschluss marschierten die Teilnehmer zum Infozelt Klingende Herbstparade um von den Rendsburgern ein alkoholfreies Getränk zum Abschied zu bekommen. Dort platzte fast die Hütte; denn die Mönchengladbacher hatten sich mit ihrer Anlage vor dem Zelt aufgebaut und sorgten für Stimmung und Menschenandrang.

 

Irgendwie wühlten sich die anmarschierenden Musiker aber durch, um einen Schluck zu sich zu nehmen. Salzgitter stellte sich im Anschluss auch noch mal vor dem Zelt auf und spielte schmissige Rhythmen. Zwischendurch mussten die Mitglieder sich von ihren Gästen aus Graz verabschieden, die über Nacht die 1.300 Km nach Hause zurücklegen wollten. Und beim letzten Titel des Fanfarenzug Salzgitter mussten Tina und Hansi vom Musikkorps Rendsburg noch einen Ehrentanz auf den Rasen legen. Dann reisten die Teilnehmer ab, bis auf die Gäste aus Mönchengladbach, Rathenow, Salzgitter und Dänemark. Der Abend klang wieder um etwa 2 Uhr in der Unterkunft aus.

  

Der Sonntag verlief für das Musikkorps Rendsburg im Verhältnis zu den Vortagen sehr ruhig. Bis 14:00 Uhr gaben die Rathenower Optis und die Greve Pigegarde ein Konzerte am Infozelt, dann reisten auch sie ab. Die 5. Klingende Herbstparade war damit für die Rendsburger erfolgreich überstanden, nicht aber der Rendsburger Herbst. Nun hieß es Unterkünfte herrichten und säubern und nachmittags stand ein eigenes Konzert am Infozelt an.
  
Danach hatten die Mitglieder ein paar Stunden Zeit um sich auch mal auf dem Stadtfest zu vergnügen. Um 19:00 Uhr fing man an die Stände abzubauen und das Stadtseegelände zu räumen. Es lief alles Hand in Hand mit voller Mannschaft, und so konnte man es sich eine Stunde später bei Sekt und Wein fallen lassen um sich etwas später das Abschlussfeuerwerk im Obereiderhafen anzusehen. Die Füße waren platt, das Kreuz tat weh; aber trotz der Strapazen waren die Rendsburger mehr als nur vergnügt. Konnte man sich doch trotz aller Hürden wieder mal auf dem Rendsburger Herbst behaupten und in bester Weise präsentieren.

  
 

Es war wieder mal ein schöner Erfolg für das Musikkorps Rendsburg und das Stadtfest Rendsburger Herbst. Allerdings steht bis jetzt noch in den Sternen, ob sich der Verein noch einmal für das Rendsburger Stadtfest engagieren wird, dessen neuer Veranstalter kein Interesse an Vereinen zeigt. Rendsburger Vereine, die sich im Stadtfest seit Jahrzehnten präsentieren, wird das Leben schwer macht: Sie werden ignoriert, von ihren Plätzen im Stadtseegelände verschoben und man wollte ihnen auferlegen, wo sie ihre Waren kaufen. Dem Musikkorps Rendsburg werden bei der Durchführung Klingender Herbstparaden icht nur Steine sondern ganze Felsbrocken in den Weg gelegt, die nur unter Einsatz aller Kräfte beiseite geräumt werden können. In den letzten Tagen vor der Veranstaltung sollte sich der Verein selbst einen Bühnenersatz in Form eines LKW´s organisieren und noch die Kosten mitteilen und genehmigen lassen, die Beschallung wurde nicht geordert, die Busfahrerunterkünfte und Publikumsabsperrung fehlten ebenso wie Landesflaggen der ausländischen Teilnehmer. Die wenigen Bereiche, die dem Stadtfestveranstalter obliegen, werden also nicht erfüllt obwohl sie nur eine Handvoll Anrufe und Datumsänderungen auf vorliegenden Anträgen kostet. Unter massiven Druck biegt Hans-Jürgen Klink und seine Truppe die wichtigsten Sachen eigenmächtig zurecht.

 

Das Musikkorps Rendsburg wird sich in nächster Zeit mit maßgeblichen Personen unterhalten müssen. Zu gegebener Zeit wird der Verein seine endgültige Entscheidung über die Zukunft Klingender Herbstparaden treffen und gegen Ende des Jahres auf den Internetseiten www.musikkorps-rendsburg.de und www.klingende-herbstparade.de.tt das Ergebnis in Form neuer Einladungen oder auch der Geschichte und dem Ende einer schönen Veranstaltung. So schön die Veranstaltung auch sein mag und so ungern das Musikkorps Rendsburg sie fallen lassen möchte: Wenn keine grundlegenden Änderungen erfolgen, arbeitet das Musikkorps Rendsburg in dieser Form nicht weiter. 

 

Bericht: Christina Klink

 

Nachtrag: Im November 2004 erfuhren wir, dass der Rendsburger Herbstveranstalter alles an Co-Veranstalter abgibt und nicht mehr für Programmpunkte einsteht. Daher gibt es keine Klingenden Herbstparaden mehr. 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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