Stadtfest in Rathenow 2004

Vom 10.-12. September 2004 fuhren wir in eine Partnerstadt von Rendsburg, nämlich Rathenow in Brandenburg. Eingeladen hatte der Spielmannszug Rathenower Stadtspatzen, der seinen 5. Geburtstag im Rahmen des Stadfestes mit Musikfreunden zusammen feiern wollte.

Wir traten unsere Reise um 17 Uhr von der Rotenhofschule ausgehend an, hielten unterwegs zweimal
 
Stärkung auf dem Rastplatz

 und trafen - leider erst nach dem Feuerwerk - gegen 22:30 Uhr in Rathenow ein. Die Rathenower Stadtspatzen standen schon bereit uns in Empfang zu nehmen. Bernd Schulz wartete am Ortseingang, um uns durch die Stadt zu lotsen, und in der Unterkunft wartete die Vorsitzende Beate Bölke mit einigen Mitgliedern, die uns nicht nur das Quartier zuwiesen, sondern uns Brötchen und Getränke mitbrachten und beim Gepäck schleppen halfen. Wir bekamen mit vier Schulklassen genügend Raum, um es uns einigermaßen gemütlich zu machen und den Kleinen gerecht zu werden. Auf den Schultafeln in allen Klassen wurden wir bunt willkommen geheißen.

Kurz flackerte der Gedanke auf schon mal über das Stadtfest zu gehen; aber die Kinder mussten nach der anstrengenden Fahrt noch ein bisschen toben können, bevor wir sie zur Bettruhe verdammten, also blieben wir in der Unterkunft:

     

Und so verzichteten wir auf eigenes Vergnügen. Aber wir konnten aus der Ferne das Singen der Menschen auf dem Markplatz hören - und noch besser - man hörte nur die Menschen und nicht etwa Bassgedröhn, das anderenorts ja alles übertönt.Als nichts mehr zu hören war, kehrte in Rathenow sofort Ruhe ein. Voller Vorfreude auf den nächsten Tag gingen auch die letzten von uns um 2:00 Uhr zu Bett. Schließlich war um 7:30 Uhr Wecken angesagt.

Am nächsten Tag kamen alle frühzeitig von den Luftmatratzen und wir bereiteten uns das Frühstück zu. Das Wetter ließ böses erahnen und wir befürchteten schon, dass uns Petrus nach dem Besuch unserer Partnerstadt in Schweden nun auch den Besuch in der Partnerstadt Rathenow mit Regengüssen verderben würde. "Naja, man ist Spielmann und wird auch das überleben," dachten wir uns. Gegen 9 Uhr trudelten die Rathenower Stadtspatzen ein, und wir wunderten uns darüber, was sie alles heranschleppten. Brötchen, Kaffee, Tee, Sprudel, Kuchen, Obst etc. Wir wussten nichts damit anzufangen und dachten, dass sie die nächsten Gäste mit einer Stärkung empfangen wollten. Aber nein: Es war alles für uns gedacht, und obendrein schmückten Elternteile die Klasse, die für unsere Verpflegung genutzt wurde, mit vereinsfarbenen Servietten auf den Tischen aus. Man kann sagen, dass die Tische zur Geburtstagsfeier festlich gedeckt wurden. Schade, dass wir über diese Aktion nicht informiert waren, so konnten wir nicht alles aufessen, auch wenn wir uns Mühe gaben.

  


Smalltalk vor der Unterkunft

Im Lauf des Vormittags sahen wir uns Proben der Rathenower Stadtspatzen an, die in der Realschule Altstadt über Räumlichkeiten verfügen. Im Probenraum fanden wir auch unser Vereinswappen. In einer Vitrine stand der Pokal, den die Stadtspatzen 2002 bei unserer 1. international offenen norddeutschen Meisterschaft gewonnen hatten und an der Wand hingen - neben anderen - auch die Urkunden aus Rendsburg. Die Fensterscheiben waren mit Windowcolours bunt gemacht und in Großbuchstaben stand der Vereinsname darin, der von draußen weit zu sehen war, wie wir später sehen sollten. Wir beneideten die Rathenower ein wenig um ihren Raum und die Möglichkeit für sich werben zu können.

  
Im Programmheft des Stadtfestes entdeckten wir, dass die Stadtverwaltungen Rathenow und Rendsburg ein Freundschaftsfußballspiel im Stadion Vogelsang durchführten Eigentlich wollten wir hin um die Rendsburger solidarisch mit Instrumenten anzufeuern; aber die Proben der Stadtspatzen waren uns dann doch wichtiger, zumal die Spielleute aus der Partnerstadt auch auf dem Schulhof antraten und eine Show übten. Naja, man kann nicht alles haben und Musik interessiert uns nun mal mehr als Fußball :-D So schauten wir uns das Showüben an und motivierten die Rathenower Spielleute mit Applaus.

  

Danach blieb noch ein wenig Zeit; denn unsere Essensmarken konnten wir erst auf dem Märkischen Platz einlösen.

Damit Abhängen nicht die Stimmung verdirbt, schnappten wir uns unsere Leute und sahen uns in Rathenow ein bisschen um, wobei der eine oder andere etwas Geld ausgeben konnte. Es blieb aber nur eine gute Stunde Zeit, denn zwischenzeitlich trudelte auch der Angermünder Fanfarenzug in der Unterkunft ein, und das Programm sollte um ca. 12:30 Uhr beginnen. Uniform anziehen, Instrumente schnappen und zum Abmarsch antreten hieß es nun. Wir sollten mit den anderen Musikzügen und klingendem Spiel zum Märkischen Platz marschieren um uns dort im Lauf des Nachmittags zwischen allerlei Rathenower Sport- und Kulturgruppen auf der großen Bühne vor dem Kreiskulturhaus zu präsentieren. 

  
Fertigmachen zum gemeinsamen Marsch ins Zentrum


Abmarsch, der Gastgeber kennt den Weg


Danach der Angermünder Fanfarenzug (auch ein schöner Verein)

  
und als Schlusslicht die Rendsburger

 
Genau wie bei unserer Klingenden Herbstparade zum Rendsburger Herbst versprengten sich übrigens die Regenwolken mit Beginn unseres Marsches :-D und das blieb den Rest des Nachmittags auch so, obwohl Regen angekündigt war.
 
Es wurde ganz schön warm und anstrengend, wie  man an Sylvia sieht :-D und die Sonne stach zwischendurch.

  
Ankunft auf dem Märkischen Platz

    
Links: Auch der Spielmannszug Lilienthal Falkenberg gesellte sich nun dazu

      

  

Die Musikvereine gaben ein kleines Wechselkonzert, bevor der Startschuss für das Nachmittagsprogramm gegeben wurde. Als die Rathenower Stadtspatzen "Ci Trocadero Mambo" spielten, ließen wir es uns nicht nehmen laut mitzusingen. Diesen Titel spielen wir ja selbst.  Das gesamte Nachmittagsprogramm auf der Bühne wurde unter dem Motto "Hier lacht der Adler " von Vereinen, Kulturgruppen bzw. Kindern und Jugendlichen gestaltet. Kein Wunder, dass sich Petrus für die vielen kindlichen Akteure von der besten Seite zeigte und dass sich Publikum angesammelt hatte:

Ein solch vielseitiges Programm sieht man auf den meisten Stadtfesten von heute leider kaum noch.

"Wir gratulieren der Stadt Rathenow zum Programm und danken aus der Ferne dafür, dass man in Rathenow die Kinder- und Jugendgruppen in den Mittelpunkt des Stadtfestes stellt. Davon sollte sich manche Stadt eine Scheibe abschneiden."

Für das Publikum hatte die Stadt Bänke aufgestellt, so dass die Zuschauer es sich auf den "Rängen" gemütlich machen konnten.
Uns fiel auf, dass sich Menschen aller Altersgruppen auf dem Platz gesammelt hatten und interessiert dem Programm zusahen und lauschten.

 
Der Angermünder Fanfarenzug begeisterte mit schmissigen Rhythmen auf Naturfanfaren und Schlagwerk.

    
Die Publikumsplätze waren natürlich begrenzt und so verzichteten die Akteure aufs Sitzen und genossen das Programm vom
Rande des Platzes aus. 

   
Einige hatten aber auch das Bedürfnis sich in die Backstage zurückzuziehen um Ruhe zu haben 

und zu relaxen.

  

 
Kindertanzgruppe auf der Bühne. Unsere Kleinsten (rechts) hatten wie die Großen ihren Spaß am Bühnenprogramm.
Es war so bunt und interessant, dass die Kleinen beim Warten auf den eigenen Einsatz nicht ungeduldig wurden.

Besonders fiel uns die Herzlichkeit in Rathenow auf. Die im Kreiskulturhaus vorhandene Backstage hinter der Bühne sorgte dafür, dass wir und alle anderen Akteure die Wartezeit überbrücken konnten. Wir konnten uns aus dem Trubel zurückziehen und setzen, wir konnten "KOSTENFREI" zur Toilette gehen und uns sogar die Hände  waschen - "MIT SEIFE, WAS FÜR EIN LUXUS" . Gruppen, die sich noch einspielen wollten, bekamen sogar einen Extraraum. Es gab Stühle, Kaffee und andere alkoholfreie Getränke, belegte Brötchen und Chips. Das Personal war freundlich und zuvorkommend. Es waren eben Ansprechpartner vom Veranstalter abgestellt, die Auskunft gaben und für Kurzweile und leibliches Wohl sorgten. Auf unserem eigenen Stadtfest sind die Wartezeiten besonders für die Kinder und Jugendliche teuer; denn schon jeder Toilettengang kostet 30 Cent, und wer Durst hat, muss Stadtfestpreise bezahlen.


Backstage im Kreiskulturhaus: Zwei nette Damen von der Stadt sorgten für das leibliche Wohl.

  
Hier ist kaum zu übersehen, dass so eine Backstage auch gebraucht wird: Ruhephasen - Wie schön ist es doch sich während des Wartens außerhalb des Publikumgetümmels mal hängenzulassen, auszuruhen und sich stärken zu können - ein "HOCH" auf die Stadt Rathenow. 


Mit etwas Verspätung aber immerhin ausgeruht ging es auf die Bühne:

Die Moderatorin

begrüßte uns gebührend als Gruppe aus der Partnerstadt, und dann konnten wir uns endlich präsentieren. 


Dem Publikum gefielen unsere musikalischen Präsentationen ganz offensichtlich. Es wurde nicht nur geklatscht sondern auch kräftig gejubelt.
 

Die Sonne peinigte uns aber ganz schön während des Konzertes - sie kam direkt von vorn.

  

    

  

  


Carneval det Paris mit Showeffekt



 
Nach unserem Einsatz klopfte mir plötzlich jemand auf die Schulter. Es war Simone Arndt, die Vorsitzende des Schalmeienorchesters "Rathenower Optis", das seit dem Jahr 2000 jährlich bei uns zu Gast ist und somit ziemlich eng mit uns befreundet ist. Auch ein paar andere Optis waren da. Es versteht sich von selbst, dass die nächste Stunde für einen netten Smalltalk draufging, wobei man insbesondere die letzte Begegnung vor zwei Wochen in Rendsburg Revue passieren ließ.


Das kleine Mädchen im Vordergrund ist 8 Jahre jung und die Tochter von Beate Bölke, der 1. Vorsitzenden der Rathenower Stadtspatzen. Gleich dreimal präsentierte sich das engagierte Mädel an diesem Nachmittag auf der Bühne: in einer Turngruppe, in einer Tanzgruppe und als Querflötenspielerin der Rathenower Stadtspatzen.

 
Orientalische Tänze                                           Taekwondo

 
Die Rathenower Stadtspatzen spielten auf Querflöten und Schlagwerk. U. a. gehört auch Filmmusik ins Repertoire.

         
Minderjährige und Erwachsene traten als Solostars auf.

        
Sogar Stepptänze wurden gezeigt. 
Rechts: Erstaunte Rendsburger - Saskias Kommentar als JuLeiCa-Inhaberin und Mitarbeiterin im Musikkorps Rendsburg:
"Hier in Rathenow merkt man aber stark, dass für die Jugend etwas getan wird."

 
Hinter der Bühne: Monique bittet Sängerin Patricia (sie sang ein gekonntes "Lemon Tree") um ein Autogramm. Ihr Argument dazu war: "Die singt ja so gut, vielleicht wird sie mal berühmt, dann habe ich schon mal ein Autogramm von Ihr. Rechts: Hansi in Ruheposition vor dem Kreiskulturhaus

   
Bummeln zwischen den Treffzeiten

Um etwa 17:00 Uhr war der erste Teil überstanden: Die Füße waren platt, das Kreuz tat weh, und nun freute man sich auf die Unterkunft und vor allem auch auf den Wechsel der Klamotten (es ist manchmal ganz schön heiß in der Uniform und unter dem Hut *grins). Zu Fuß machten wir uns auf den Weg zur Schule, wo wir uns umzogen, Abendbrot aßen und ein wenig relaxten. Kaum waren die ersten Minuten verstrichen, war aber auch die Stimmung schon wieder da. Ein paar von uns saßen draußen, da kamen Jasmin und Sabrina aus der Tür getreten und siehe da, die Jugend hat doch immer wieder einen Lacher parat:

Die beiden hatten Antjes Nachthemden gemopst und präsentierten sich in dem edlem Zwirn mit Socken und Turnschuhen :-D

Gegen 20:00 Uhr machten wir uns nochmal zu Fuß auf den Weg zum Märkischen Platz. Dort sollte am Abend insbesondere für die Jugend etwas geboten werden. Hardaway, Ayman, Lutricia McNeal, Luzent "Partynator" Peter Wackel und anderes stand auf dem Programm. Außerdem hatten sowohl die Stadtspatzen als auch die Optis uns gebeten dort vorbeizukommen. Da uns immer noch die Füße etc. weh taten - Manni hatte sogar ein steifes Genick - überbrückten wir den Weg mit unseren Liedern. Es machte riesigen Spaß!

Auf dem Marktplatz angekommen, trat erstmal der Bürgermeister von Rathenow auf die Bühne, der die ersten beiden Stadtfesttage Revue passieren ließ. U. a. teilte er auch mit, dass die Rendsburger Stadtverwaltung das Fußballspiel am Morgen leider verloren hatte (Ohje, hätten wir doch da sein und anfeuern sollen?). Dann forderte der Moderator den Bürgermeister auf, den Abend mit einem Solotanz zu einem Sommerhit zu eröffnen :-D - und dann ging das Programm los.

Unsere Mitglieder wurden verdonnert im Gewühl in Dreiergruppen zu bleiben und hatten nun ein paar Stunden Freilauf. Uns Älteren war es in den nächsten Stunden teilweise doch etwas zu laut; aber wir verzogen uns an den Rand des Geschehens und stiefelten nur zwischendurch mal durch das Gewühl um zu schauen, wo sich unsere Leute befanden. Cathi und Nicole präsentierten uns moderne Tanzbewegungen: Es ist unglaublich wie man heute den Hintern und die Schultern schüttelt *grins* Die Kleinen vergnügten sich mit leuchtenden Nemos oder blinkenden Haarsträhnen. Und die älteren Jugendlichen drängelten sich systematisch nach vorn in Richtung Bühne, um ihren Stars nahe zu sein. In der Menschenmenge fanden wir auch die Stadtspatzen und die Optis, so dass sich einige nette Smalltalks ergaben. Auch Betreuer Bernd war da.

Wie am Nachmittag fiel während des Abendprogramms auf, dass man es in Rathenow versteht allen Bürgern etwas zu bieten. Neben den Auftritten der modernen, prominenten Gruppen für die jüngere Generation sorgte der Moderator für die Stimmung der älteren Semester. Titel zum Mitsingen vom Plattenteller unterbrachen zwischendurch das Bassgedröhn. Und so erklang in Rathenow in Abständen ein "Bürgerchor" mit Liedern wie "An der Nordseeküste" oder allen möglichen Gossenhauern und Sommerhits, die jung und alt bekannt sind. Ohne Frage gab es für jeden etwas, und das war nicht nur an der Mischung verschiedener Altersgruppen auf dem Festplatz sondern auch an der Stimmung deutlich zu merken. In keiner Ecke des Stadtfestes war es uns unheimlich, und nirgendwo waren Aggressionen spürbar.

   Unsere Mitglieder kamen pünktlich wie die Maurer und vollkommen nüchtern zum Sammelpunkt. Dort kauften wir uns Crepes und Baguettes, dann wurde fröhlich der Heimweg angetreten.
  
Nach der Rückkehr in die Unterkunft war eigentlich "Zubettgehen" geplant. Man musste ja Rücksicht auf die Fahrer nehmen, die einen strammen Tag vor sich liegen hatten. Aber die waren wohlauf, so dass wir uns doch noch auf dem Schulhof zusammensetzten - klein und groß in einem Kreis zusammen. Wir sangen, erzählten Geschichten und alberten herum. Und wieder klang vom Festplatz die ausgelassene Stimmung der Feiernden zu uns herüber. Das musste ja anstecken :-D 


Saskia schoss den Vogel ab und sang mit uriger Mimik und Gestik: "Ein bisschen Frieden" von Nicole
Zu schade, dass sie den Fotoapparat bemerkte, ihr Gesicht sah nämlich noch komischer aus als auf dem Bild. Wir lachten Tränen und Papi Hansi fiel fast vom Stuhl, hatte er sein "kleines Mädchen" so doch noch nicht erlebt. Als es hieß "Matratzenhorchdienst antreten", murrte keiner. Aus den Zimmern hörte man zwar die Jugendlichen noch albern und gackern; aber gegen 1 Uhr war es still im ganzen Haus.

Sonntag

Am nächsten Morgen wurde nach dem Wecken und Frühstück gepackt und die Unterkünfte geräumt. Instrumente, Uniformen und Wechselwäsche für den Heimweg blieben natürlich außen vor. Schließlich stand noch etwas auf dem Programm. Im Anschluss traten einige von uns draußen an und verausgabten sich beim Weitsprung - angeleitet von Hansi, der auch der Springer auf diesem Bild ist. Leider ist meine Kamera nicht so toll, so dass die Bilder für eine Veröffentlichung untauglich wurden. Und Bettina war leider noch nicht fertig mit dem Packen.

Um 9:20 Uhr ging es zum Abmarschpunkt, es folgte ein Sternmarsch zum Märkischen Platz - jeder Musikzug eine andere Route. Auch hier zeigte sich Rathenow sehr vorbildlich: Jeweils ein Polizeiwagen vor und hinter uns sicherte unseren Weg, was bei uns lange nicht immer der Fall ist.
    

   

Angesetzt war ein Frühschoppenkonzert der Spielleute. Wir bezweifelten, dass Publikum da sein würde; aber wir täuschten uns. Es lohnte sich dort zu sein.

 

   

  

  

Auch beim zweiten Einsatz konnten wir die Wartezeiten in der Backstage überbrücken.

    
Was für eine Wohltat, wenn man nach zwei ungemütlichen Nächten auf
Luftmatratzen ein paar Stunden auf so einem Platz verbringen muss .


Die Rathenower Optis konnten sich, mit Ausnahme einer Daheimgebliebenen, in diesem Fall nicht auf dem Platz einfinden: Sie spielten 30 km weiter bei unseren Freunden vom SZ Werder/Havel, die ebenfalls ihren 5. Geburtstag an diesem Wochenende mit einem Musikfest feierten. Es war schon ein komisches Gefühl für uns in der Nähe zu sein ohne unseren langjährigen Freunden gratulieren zu können; aber manchmal muss man sich entscheiden. In diesem Jahr hatte der Gegenbesuch bei den Rathenower Stadtspatzen Vorrang, so dass wir auch eine Einladung vom Fanfarenzug Salzgitter dafür ausschlugen. Nachdem die Stadtspatzen im Jahr 2002 bei uns waren, schuldeten wir ihnen  ja noch einen Gegenbesuch. 

Es war echt schade, dass sich drei Termine bei Freunden überschnitten!
Ein Flugzeug müsste man haben, dann hätten wir alle Musikfreunde an diesem Wochenende besuchen können :-D

Gegen Mittag sammelten wir uns zum Finale auf dem Festplatz
   

Beate und Rene Bölke übergaben Erinnerungsgeschenke an die Dirigenten und verabschiedeten die Gäste.
  
Wir bekamen ein Buch über Rathenow und einen Wimpel der Stadtspatzen - DANKESCHÖN!!!

  
Im Gegenzug überreichten wir  einen Wimpel mit unserem Vereinswappen an die Rathenower Stadtspatzen.
  
  
Auch die anderen Vereine hatten Geschenke für die Gastgeber dabei...

    
und der SZ Lilienthal Falkenberg lud sogar alle Musikvereine zu einem Musikfest bei sich ein.


  
Mit der Verabschiedung war der offizielle Teil vorbei; aber wir sollten uns noch mit einem abschließenden Konzert vom Rathenower Stadtfest verabschieden. Den Weg auf die Bühne sparten wir uns allerdings und traten stattdessen in unmittelbarer Nähe zum Publikum vor der Bühne an. Wir spielten ein paar schmissige Titel und marschierten dann ab.

     

Wir verließen Rathenow aber noch nicht; denn wir hatten wir uns Fotoshootings an attraktiven Punkten vorgenommen...
 

 

   

      
Bernd bestand darauf ein Foto von Familie Klink zu schießen

   
Auch ein paar Zufallfotos von unsrem Rückweg zur Unterkunft gehörten dazu,

  
und natürlich bot sich an ein Foto mit unserer Unterkunft, der "Realschule Altstadt", im Hintergrund zu machen.

  

Danach wurden die Instrumente in die Fahrzeuge verladen, damit wir uns mit freien Händen auf den Weg zum Mittagessen machen konnten.

Bernd Schulz,

der Vater von Flötistin Beate,

hatte es für uns in einer kleinen Gaststätte organisiert, damit wir nicht hungrig abreisen mussten bzw. damit wir etwas länger in Rathenow bleiben konnten. Eigentlich hatte die Gaststätte Sonntags geschlossen, öffnete aber eigens für uns. Und nochmal sagen wir "DANKE NACH RATHENOW"; denn die Wirtin kochte für einen Superpreis von 3,50 € ein wirklich leckeres Gulasch mit Rotkohl und Kartoffeln oder Nudeln. Ganz unter uns und in aller Ruhe konnten wir uns nun die Bäuche vollschlagen. Es war gemütlich nach den Strapazen des Wochenendes, in einem Raum beisammensitzen zu können. In Unterkunft und Backstage war ja auch immer ein bisschen Trubel und Lärm.

   


Mit vollen Bäuchen wollten wir Rathenow nicht verlassen, also besichtigten wir - gut gestärkt - erstmal die St. Marien Andreas Kirche. Wieder zeigte sich die Gastfreundschaft dieser Stadt. Obgleich wir uns nicht angemeldet hatten, bot sich ein netter Mann an eine kurze Führung vorzunehmen. Dabei war er eigentlich nicht für Führungen zuständig; aber er konnte uns einiges über die Kirche erzählen, die u. a. lange Zeit ohne Kirchturmspitze auskommen musste und einem Brand ausgesetzt war. 

   

  

Nach der Führung konnten wir den Kirchturm besteigen *grins* So ein üppiges Mittagsmahl muss ja verdaut werden können. Auf den eigentlichen Preis in Höhe von 1 € pro Person wurde zu Gunsten der Kinder verzichtet. Für den Aufstieg und die Möglichkeit Rathenow aus der Vogelsperspektive zu sehen wurde stattdessen nur um freiwillige Spenden für die Renovierung der Kirche gebeten.


An den Glocken vorbei waren nun 240 Holzstufen hoch und wieder runter zu bewältigen, bevor wir abreisten. Einige traten den Weg lieber nicht an, weil sie Höhen- oder Platzangst haben. Sie setzten sich stattdessen auf die Kirchbänke und warteten. Obwohl ich auch unter Höhenangst leide, schnappte ich mir Bettinas Fotoapparat und stiefelte mit der Gruppe hoch. Schließlich hatte ich erst zwei Wochen vorher bei einem Ausflug mit den Grazer Spielleuten auch das Marineehrenmal in Laboe geschafft.


Aber ich mutete mir mit dem Kirchturm doch zuviel zu und musste nur wenige Stufen vor dem Ziel kehrt machen um am ganzen Körper schlotternd Stufe für Stufe den Rückweg anzutreten.  Glücklicherweise reagierte Sylvia: Sie schnappte sich den Fotoapparat, so dass Fotos geschossen werden konnten.

  

  

  

Auf die Frage einiger Gruppenmitglieder, warum ich denn mitging, antwortete ich nur: "Ängste sind da um sie zu überwinden, und ich versuche es weiter, bis es klappt. Vielleicht ist das ja nächstes mal schon der Fall."

Schade war, dass wir am Ende unserer WE-Fahrt auf das Liveerlebnis "Wildecker Herzbuben" verzichten mussten. Aber sie standen erst am Sonntag um 17 Uhr auf dem Programm des Rathenower Stadtfestes. Und da wir mindestens 6 Stunden Fahrzeit kalkulieren mussten und einigermaßen rechtzeitig zu Hause sein wollten, entschieden wir uns zur endgültigen Abreise.

Wir stellten am Schluss einstimmig fest, dass sich unser Besuch in Rathenow gelohnt hat. Unseren musikalischen Freundeskreis haben wir um die Stadtspatzen erweitert, das Stadtfest war ein Erlebnis und führte uns vor Augen, warum uns andere Stadtfeste nicht so gefallen. Und in diesem Zusammenhang wurden wir auch an alte Zeiten erinnert, als man die Vereine noch in den Mittelpunkt aller Stadtfeste stellte oder sie sogar die einzigen Programmanbieter waren. Wir hoffen und drücken die Daumen, dass sich die verantwortlichen Stadtfestorganisatoren in Rathenow nicht vom Trend der Zeit einholen lassen; denn in Rathenow zeugt die ausgelassene und friedliche Stimmung davon, dass das Konzept stimmt. Vielleicht schneiden sich andere Städte mal eine Scheibe davon ab und kehren zurück zu den Wurzeln.

Auch wenn man unser Stadtfest schon von der Größenordnung her nicht mit dem Stadtfest in Rathenow vergleichen kann, so sind doch Vergleiche zu ziehen, und zwar insbesondere deshalb, weil ein Stadtfest in erster Linie ein Fest für alle Bürger sein soll. In Rathenow wird dafür Sorge getragen, dass sich alle Alters- und Interessengruppen auf einem einzigen Platz gemeinsam vergnügen bei einem Programm, das professionell moderiert wird und zwischen Musikrichtungen für alle Altersgruppen hin- und herspringt. In Rendsburg trennt man dagegen sowohl die Interessengruppen als auch die Altersgruppen voneinander. Das geschieht sowohl räumlich als auch zeitlich, und dazu kommt eine Trennung von professionellen und ehrenamtlichen Programmpunkten, die zu Lasten der Vereine geht, weil das Publikum meistens die Profis besuchen, weil sie die Verein ja eher mal sehen können. Unsere Meinung dazu: Wenn man das Programm in Rendsburg auf allen Plätzen so vielseitig gestalten würde wie in Rathenow, dann bliebe die Jugend nicht von der älteren Generation getrennt, und dann würde sie während des gesamten Festes bis in die Nacht das gemeinsame Feiern, Rücksichtnahme, Spaß am Singen u. v. a. m.  von der reiferen Generation lernen, so wie es auch früher der Fall war. Ich selbst habe jedenfalls immer gern mit älteren Leuten gefeiert, weil sie es verstanden haben einen zum Lachen zu bringen.

Wir glauben, dass sich die Gewaltbereitschaft der Jugend auf Stadtfesten verringern würde, wenn man das Programm entsprechend gestalten würde.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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