Der Veranstalter des Stadtfestes "Rendsburger Herbst" - Zitat einer Jugendlichen:

"Gegen diese Macht ist man machtlos!"

Sie hat Recht: Das RD Marketing ist eine mächtige Lobbygruppe in Rendsburg. Es handelt sich um einen Zusammenschluss von ehemaligen Kaufleutegruppierungen, denen sich auch auch die Stadt Rendsburg, Umlandgemeinden, kirchliche, kulturelle und andere Einrichtungen angeschlossen haben. Somit verändert diese Gruppe z. T. auf recht massive Weise das Leben von Bürgern und Vereinen in Rendsburg, wenn es z. B. um Festlichkeiten wie das Stadtfest "Rendsburger Herbst" geht.

Das Musikkorps Rendsburg hat sich für den ehemaligen Veranstalter des Stadtfestes, dem Förderkreis Rendsburg, mehrere Jahre pflichtbewusst engagiert und konnte mit der Durchführung Klingender Herbstparaden und einer int. Meisterschaft auf Europäischer Ebene erfolgreich für Rendsburg werben, während der Förderkreis als Veranstalter die Kosten deckte, die Verantwortung trug und das MKRD z. B. mit Engagements für Konzerte auf dem Weihnachtsmarkt u. ä. belohnte . Als er mit dem RD Marketing verschmolz und neue Verantwortungsträger erschienen, ging es mit der Würdigung des ehrenamtlichen Engagements rapide bergab (siehe Chronik), was allerdings nicht nur das MKRD traf sondern auch andere Vereine, die sich jahrelang engagierten. Das MKRD kämpfte noch für den Erhalt der Klingenden Herbstparade, die Verantwortlichen gaben unter dem Druck der Öffentlichkeit nach, die fünfte Veranstaltung fand statt. Doch wie erwartet kam die Rechnung für die Gegenwehr. Die neuen "Machthaber" setzten sich letztendlich durch und strichen die Veranstaltung für das Jahr 2005 aus dem Rendsburger Herbst.

Um deutlich zu machen, mit was für einem mächtigen Zusammenschluss das MKRD in Rendsburg zu kämpfen hat, ziehen wir mal ein paar Informationen zusammen, die wir im Internet und in der Presse fanden oder auf Versammlungen bzw. auf Versammlungen erlebt haben. An vorderster Spitze des Rendsburger Marketings sitzt Gunnar Knabe, ein BMW-Händler und gleichzeitig Ratsherr in Rendsburg, welcher dem Musikkorps Rendsburg gleich am Anfang Geldgier unterstellte, wo keine war. Als Ansprechpartner für den kulturellen Bereich beim RD-Herbst einschl. der Vereine und Verbände im Stadtseegelände wurde der Volkshochschulleiter in Rendsburg  Peter Feuser benannt, welcher in Sitzungen eine geringschätzige Trennlinie zwischen "hoher Kultur des Arsenals" und "niederer Kultur von Vereinen" setzte. Dazu werden im Vorstand des RD Marketings alle Umlandgemeinden durch den Bürgermeister einer Nachbargemeinde vertreten, die Landeszeitung ist Mitglied und den Rendsburger Bürgermeister findet man als Vorstandsmitglied nicht nur im Vorstand des  RD Marketing sondern auch in der Volkshochschule. Und da viele Rendsburger Geschäftsleute und mutmaßliche Sponsoren ebenfalls Mitglied im RD Marketing sind, besteht nicht einmal Aussicht darauf das Geld für Klingende Herbstparaden über Sponsoring aufzutreiben.

 Internetseite des RD-Marketing (öffnet in neuem Fenster)

Wenn eine Lobbygruppe wie das RD Marketing keine Klingende Herbstparade finanzieren kann, wer dann? Gerade dort vereinen sich doch mutmaßliche Geldgeber und Kommunen und besonders letzteren sollte eine solche Großveranstaltung von und für Kinder und Jugendlichen eigentlich sehr am Herzen liegen. Das Musikkorps Rendsburg ist als gemeinnütziger Jugendhilfeträger außerstande die Kosten zu tragen, zumal er von seinem rechtlichem Status "besonders förderungsfähig" so gut wie gar nichts spürt.

Nahezu bösartig kann man werden, wenn man im Internet Sponsorenlisten findet, die zeigen, dass weder die Stadt noch das RD Marketing so arm sind, wie sie sich ausgeben. Beide sponsern sich ja gegenseitig bei Veranstaltungen, die sicher wesentlich teurer sein dürften, auch wenn sie kaum besser sind als Klingende Herbstparaden. 

 RD Marketing sponsert int. Jugendspiele der Stadt Rendsburg im Juli 2004
Stadt Rendsburg sponsert Kinosommer des RD Marketings im August 2004

Der Kinosommer 2004 war trotz Sponsoring auch noch ein Flop und sollte lt. Presse evtl. sogar gestrichen werden. Doch im Jahreskalender der Landeszeitung am Anfang 2005 war er wieder aufgeführt. Warum?

Im RD Marketing behauptet man die Klingende Herbstparaden nicht finanzieren zu können. Doch der ehemalige Förderkreis Rendsburg hat den RD Herbst einschl. Herbstparaden in der Vergangenheit sogar allein durchgeführt und finanziert. Jetzt soll das nicht mehr gehen?  Obwohl sich alles im RD Marketing vereint? Obwohl sämtliche Umlandgemeinden und die Stadt im Boot sitzen? Obwohl man z. B. die Tourismus-Zentrale nicht mehr trägt? Ne, ne - da stimmt etwas nicht. So immens sind die Kosten nun auch wieder nicht gestiegen. Die Wirklichkeit dürfte ganz anders aussehen. Unserer Meinung nach handelt es sich ausschließlich um eine Interessenverschiebung, die von bestimmten Personen durchgesetzt wird. Die Verantwortlichen setzen eigene Interessen durch und der Rest macht mit - warum auch immer. So Publikumsträchtig wie der RD Herbst sind folgende Veranstaltungen nämlich nicht; aber ausgerechnet Stadtfest von Bürgern für Bürger soll abgespeckt werden:

RD macht mobil (Autohändler gehen im Zentrum auf Kundenfang)
Kinosommer (im Innenhof vom Kulturzentrum "Hohes Arsenal")
und RD ist kult (Häuser der offenen Türen für die "höhere" Kultur)

Diese Tatsache und die Konstellationen von Vorständen, deren Einrichtungen Nutznießer solcher Veranstaltungen sind, bezeichnen wir und viele andre Bürger als äußerst beängstigende Entwicklung. Das Volksfest von Bürgern für Bürger scheint nicht interessant zu sein und die Vereine, Klingende Herbstparaden u. ä. werden einfach umgerannt ohne Rücksicht auf Verluste. 

Im Übrigen war der o. g. Kinosommer 2004 trotz Sponsoren auch noch ein Flop, sollte lt. Presseberichten sogar gestrichen werden. Doch weiteren Presseberichten zufolge soll er auch im Jahr 2005 stattfinden - wahrscheinlich wie immer kurz vor dem Rendsburger Herbst. Ist das vielleicht ein Grund für das Streichen derKlingenden Herbstparade? Deckt man damit evtl. Verluste beim Kinosommer? Wer nicht in den Vorständen und Arbeitskreisen sitzt, weiß es natürlich nicht; aber die Vermutung liegt nahe. Schließlich gibt es überhaupt keinen nachvollziehbaren Grund dafür eine so kostengünstige Großveranstaltung wie Klingende Herbstparaden abzustoßen.

Zahlungsunfähigkeit kann beim besten Willen von niemanden geglaubt werden, der einen klaren Verstand hat.   

Beim Entstehen des RD Marketing im Jahr 2003 war das Musikkorps Rendsburg als Verein im Stadtseegelände zum sechzehnten mal am Rendsburger Herbst beteiligt und darüber hinaus zum vierten mal als Ausrichter der Klingenden Herbstparade. Über das, was folgte kann man nur den Kopf schütteln. Nach der siebzehnten Teilnahme im Jahr 2004 und der Durchführung der fünften Klingenden Herbstparade kapitulierte das MKRD und zog sich aus dem Stadtfest zurück.

Doch es strebt danach die Öffentlichkeit zu informieren, Missstände aufzudecken und ein Mahnmal zu setzen. Die Politik muss dringend etwas tun, damit ehrenamtliches Potential von Kindern und Jugendlichen nicht von solchen mächtigen Marketings auf Eis gelegt werden können. Das kann nur erreicht werden, indem man über Vorgänge informiert und immer wieder darüber spricht. Gejammer und Leiden im Hintergrund führt das ehrenamtliche Engagement in Deutschland nicht vorwärts sondern lässt es weiter schwinden.
 

Chronik des Zerfalls Klingender Herbstparaden in Rendsburg

Anfang 2003
Der Förderkreis Rendsburg gibt als Veranstalter des Rendsburger Herbstes den Startschuss zu den üblichen Bedingungen - Vorschusszahlungen zur Deckung der meisten Kosten sowie Zahlung einer Aufwandsentschädigung nach gelungener Veranstaltung und Abrechnung - hochgeschätzte Gesamtsumme für sechzehn teilnehmende Vereine ca. 3.200 €

Frühjahr 2003
Der Förderkreis Rendsburg verschmilzt mit dem sich neugründendem RD Marketing

Sommer 2003
Das Musikkorps Rendsburg stellt den Antrag auf eine kostenfreie Mitgliedschaft im RD Marketing, weist auf die steuerrechtliche Gemeinnützigkeit hin und die Tatsache, dass es sich beim MKRD um einen kleinen, finanzschwachen Jugenmusikverein handelt. Bei der Antragstellung bezieht der Verein sich auf § 7 "Beiträge" Abs. 3 der RD Marketing Satzung, die folgendes aussagt:

 Der Beitrag kann bei einer wirtschaftlichen Notlage eines Mitgliedes oder, wenn es steuerrechtlich als gemeinnützig anerkannt worden ist, auf Antrag vorübergehend reduziert oder für immer ganz erlassen werden.

 Dieser Satzungstext konnte auch am 13. Februar 2005 noch im Internet nachgelesen werden. 

August 2003
Der zweite Vorschuss wird nicht bezahlt, das Musikkorps Rendsburg kommt in finanzielle Bedrängnis, hat Probleme die Finanzierung des Veranstaltungszubehörs vorzustrecken. Bewältigt es aber und kann auf eine gelungene 4. Klingende Herbstparade zurückschauen, da andere als Highlight angekündigte Programmpunkte wie der Inlinelauf und die Heißluftballons gar nicht zur Geltung kommen, weil das Wetter nicht mitspielt.  Beim Inlinelauf finden sich lt. Presse neun Läufer an und die Ballone werden aufgrund der Wetterlage gar nicht erst eingesetzt. Paradox ist, dass sie heute auf der Homepage des Rendsburger Herbstes prangen, obwohl sie nie gestartet sind.
Die Musikzüge standen dagegen ihren Mann und zogen das Programm auf dem Schiffbrückenplatz auch während der Sturzgüsse durch, weil das Publikum mit Regenschirm gewappnet stehenblieb. 

Anfang September 2003
Das RD Marketing reagiert nicht auf Schreiben, das Musikkorps kassiert Mahnungen von Lieferanten, die Aufwandsentschädigung geht nicht ein, man ist nicht bereit mit Belegen abrechnen zu lassen.

Ende September 2003
Der überfällige Vorschuss geht ein, die Rechnungen können bezahlt werden; aber die Aufwandsentschädigung fehlt

Der Antrag auf beitragsfreie Mitgliedschaft im RD Marketing wird abgelehnt. Die von Gunnar Knabe angegebene Begründung lautet, dass eine beitragsfreie Mitgliedschaft ausschließlich für in Not geratene Mitglieder vorgesehen ist. Im MKRD hält man die Begründung nicht für o. k.; denn dort steht nicht, dass eine beitragsfreie Mitgliedschaft ausschließlich den in Not geratenen Mitgliedern vorbehalten ist. Dort steht  "oder, wenn es steuerrechtlich als gemeinnützig anerkannt worden ist" Aber was soll´s, es steht in diesem Gummiparagraphen auch"kann" und "Mitgliedes". Und da das MKRD mangels Zahlungsfähigkeit kein Mitglied ist oder werden kann, kann man beitragsfreie Mitgliedschaft auch ablehnen, oder?

Oktober 2003
Auf Nachlesen  präsentieren sich zum ersten Mal der 1. Sprecher Gunnar Knabe sowie Herr Feuser, Arbeitskreis Kultur persönlich.
Letzterer spricht u. a. davon, dass sich die „höhere Kultur“ künftig aus dem Hohen Arsenal ins Stadtseegelände ausweiten könne, wobei es durchaus gewollt sei die „niedere Kultur“ - nämlich Vereine und Verbände – helfend einzubinden.
Der Arbeitskreis Rendsburger Herbst beginnt sich auf der Nachlese aufzulösen, es hagelt Rücktritte
Aufgrund einer hitzigen Diskussion mit Herrn Knabe erklären wir, dass wir unsere Aufwandsentschädigung in Höhe von 1.000 € nicht für den Verein übrig haben, sondern daraus einiges bezahlen und auffangen, was unmittelbar zur Klingenden Herbstparade gehört. Dazu gehören u. a. auch Raummieten, Kaffe, Kekse und Sprudel für Organisations- und Helfersitzungen
Der Kostenvoranschlag für die Klingende Herbstparade (geschätzte Höchstkosten 3.200 € incl. der fixen Aufwandsentschädigung) wird daraufhin abgelehnt, weil eine Bewirtung von Helfern bei Sitzungen nicht bezahlt wird.

November 2003
Der Projektleiter RD Herbst, Alv Gundlach, lädt zu einem Gespräch ein, will die Herbstparaden erhalten.
Es wird verlangt einen Engagementvertrag abzuschließen (solche Verträge sehen Konventionalstrafen vor).
Das Musikkorps Rendsburg lehnt ab, lässt sich aber darauf ein einen Auftrag zu entwerfen, nicht zuletzt auch weil die Bezahlung der weit überfälligen Aufwandsentschädigung für 2003 in Aussicht gestellt wird.

Das RD Marketing streicht Konzerte des Musikkorps Rendsburg auf dem Weihnachtsmarkt (je zwei Stunden an Adventssamstagen und eine Stunde am Heiligabend für 750 €)

Das Musikkorps übersendet den erzwungenen Auftragsentwurf, erweitert dabei die bisher veranschlagten Kosten um Auftrittsgagen, die dem Verein verloren gehen, wenn er Helfer aus anderen Einrichtungen dazuholen muss (zu beziffern mit 200 € pro helfende Einrichtung). Ansonsten ist man zu Verhandlungen und Änderungen bereit, das Musikkorps setzt bei Übersendung eine Frist.

Es gibt keine Antwort und so beschließt die Mitgliederversammlung des MKRD die Zusammenarbeit zu beenden und durch eine Pressemitteilung wenigstens noch die Zahlung der überfälligen Aufwandsentschädigung zu erzwingen.

Das RD Marketing reagiert mit einer Pressekonferenz, die Verantwortlichen verleumden das MKRD als geldgierige Musikkapelle, welche sich auf Kosten des Marketings das Vereinsleben und Reisen ins Ausland finanzieren lassen will. Die Verantwortlichen unterstellten dabei wegen des geforderten Auftrittsgeldes Auslandsreisen, obwohl es sich z. B. um einen Laternenumzug in Rendsburg handelt, sofern die dänische Minderheit dänische Teilnehmer an Klingenden Herbstparaden betreut. Argument des MKRD ist, dass es bei Nichtmitwirken der dänischen Minderheit Bares bekommt. Die Streichung der Weihnachtskonzerte ist bereits eine Einbuße von 750 €, da kann man nicht erwarten, dass das MKRD weiter freiwillig auf eine Deckung anderer Einbußen verzichtet, die unmittelbar mit der Veranstaltung zusammenhängen.
 
Als weiteres Argument führte das RD Marketing vor den Journalisten eine im Vorjahr falsch ausgestellte und auf telefonische Beanstandung hin sofort zurückgezogene Rechnung an, wobei behauptet wurde, dass Weihnachtskonzerte gestrichen wurden, weil das MKRD sich bereichern wolle. Eine faustdicke Lüge; denn nachweisbar bekam der Verein im Vorjahr weniger Geld, weil der Förderkreis bei der Euroumstellung ohne Rücksprachen von 1.500 DM auf 750 € abrundete. Das MKRD beanstandete das nicht und stellte auch keine anderen Forderungen für die Zukunft.

In der Pressekonferenz stellte Gunnar Knabe dann ganz deutlich fest: „Das RD Marketing setzt sich nicht mehr mit diesem Verein an einen Tisch.“

Dezember 2003
Anfang Dezember bringt Bürgermeister Breitner die Kontrahenten doch wieder an einen Tisch in seinem Büro. Ergebnis: Man einigt sich, die 5. Klingende Herbstparade soll stattfinden. In einem weiteren Gespräch mit Gunnar Knabe werden neue Vereinbarungen getroffen und für die oben genannten Auftrittseinbußen legt man auf die 3.200 € noch 600 drauf. Den Auftrag will das RD Marketing entwerfen.

Dezember 2003/Januar 2004
Vergeblich wartet man im Musikkorps Rendsburg auf den Auftrag und die abgesprochene Vorschusszahlung, die nach einer Vorstandssitzung in der ersten Januarwoche zugesagt wurde. Anrufe beim ersten Sprecher bleiben ergebnislos, also entwirft man anhand der getätigten Absprachen nochmal einen Auftragsentwurf im MKRD um die Organisation der 5. Klingenden Herbstparade anzukurbeln.

Eine Einladung des RD Marketings zur Arbeitskreissitzung Rendsburger Herbst geht ein.

Etwa in der gleichen Zeit bekommen die Vereine und Verbände die erste Einladung zu einer Sitzung für den 30. Rendsburger Herbst. Das MKRD übersendet ein paar Tage vor der Arbeitskreissitzung den zweiten Auftragsentwurf, teilt dabei den Vorstandsmitgliedern im RD Marketing mit, dass kein Interesse an einer weiteren Zusammenarbeit besteht, wenn der Auftrag nicht bis zur Sitzung vorliegt.

Februar 2004
Der erste Sprecher ruft an, es gibt ein hitziges Gespräch, weil man im MKRD dem Wort von Gunnar Knabe nicht traut und sich nun selbst weigert die Organisation zu beginnen, bevor nichts Schriftliches vorliegt. Die Zusammenarbeit wird erneut beiderseits beendet. Auf Anraten vom Projektleiter Alv Gundlach ruft der erste Sprecher ein paar Minuten später wieder an und der zugesandte Auftragsentwurf vom Musikkorps Rendsbur wird in einer Konferenzschaltung bearbeitet und fertiggestellt. Zwei Tage später geht er beim MKRD ein.

Der Organisationsvorschuss geht zwei Wochen später ein. Das MKRD beginnt mit der Arbeit.

Nach der Unterzeichnung des Auftrags erhält das Musikkorps Rendsburg keine Einladungen mehr zu Arbeitskreissitzungen und auch nicht zur VIP-Veranstaltung beim RD-Herbst. Damit wird der Verein zu einer vertragsgebundenen, professionellen Kapelle degradiert, wobei es für seine Leistungen keine Gage erhält.

Die erste Versammlung für Vereine und Verbände im Stadtseegelände kann vom Andrang her als Erfolg gesehen werden. Der Saal in der Heimvolkshochschule füllt sich zum Bersten, nachdem in der Einladung neue Planungen und eine bessere Integrierung der Vereine für den 30. Rendsburger Herbst angekündigt wurde. Doch Herr Knabe, Herr Feuser und die übrigen Vertreter des RD Marketings entschuldigen sich mit Zeitnot und der Tatsache,  dass sie nur ehrenamtlich tätig sind und nicht alles allein ableisten können: „Wir sind noch nicht soweit gekommen,“ heißt es. Um nicht mit leeren Händen dazustehen wiederholt Herr Feuser auf dieser Versammlung die Nachlese für 2003, während Gunnar Knabe die Gelegenheit nutzt bei den Vereinen für ein „Mitkochen in der Küche“ des RD Marketings zu werben. Die Vereine werden gebeten erst mal so weiterzuarbeiten wie bisher und weitere Vereine für den Rendsburger Herbst zu gewinnen, und man verspricht nach dem Rendsburger Herbst weitergekommen zu sein und Neuerungen für das Jahr 2005 umzusetzen.

April 2004
Die Vereine folgen einer weiteren Einladung zu einer Sitzung ins Hotel Hansen. Nun sitzen fast nur noch die über Jahre am Rendsburger Herbst beteiligten Vereinsvertreter auf dem Saal; aber es erscheint kein Verantwortlicher vom RD Marketing. Ein zurückgetretener Platzwart übernimmt notgedrungen die Leitung der Sitzung, verstärkt von der Bürokraft aus dem RD Herbst Büro, welche ebenfalls nicht darauf vorbereitet ist allein dazustehen. Die Vereine reagieren verärgert, rufen sogar nach der Presse und verlassen z. T. den Saal, wobei sie ihren Anmeldezettel für den Rendsburger Herbst gleich liegen lassen.

Während der Diskussionen in dieser Sitzung erfährt man, dass irgendwo ein Kulturkreis tagt – allerdings weiß mit einer Ausnahme kein Verein davon – vielleicht weil sie „niedere“ Kultur sind und nicht mithalten können?

Juli 2004
Das MKRD atmet auf - wenn auch etwas zu spät – der zweite Vorschuss geht ein, Werbung und Einkauf für die Klingende Herbstparade kann sorgenlos in Angriff genommen werden.

August 2004
Das MKRD kommt kurz vor dem Rendsburger Herbst in Druck, weil Busfahrerunterkünfte, Bühne und Beschallung für die Klingende Herbstparade erst in letzter Minute organisiert werden müssen.
Der Projektleiter Rendsburger Herbst Alv Gundlach kündigt vor dem RD Herbst seinen Rücktritt an.

Langjährig am Rendsburger Herbst im Stadtseegelände mitwirkende Vereine werden erst beim Aufbau im Stadtseegelände verschoben, danken z. T. deswegen ab. 

Die Marschroute der Klingenden Herbstparade muss kurz vor dem Abmarsch geändert werden. Die Polizei erscheint nicht zur Parade, obgleich auf öffentlichen Straßen marschiert werden muss und Polizeibegleitung beantragt wurde. Mitarbeiter vom MKRD müssen auf die Schnelle zusammengetrommelt werden um den Schiffbrückenplatz von Bierbuden, Beschallungszelt und Festzeltgarnituren zu befreien, damit die Paradeteilnehmer, die sich in dieser Zeit zum Abmarsch sammeln, auch einmarschieren können. 

Die Klingende Herbstparade gelingt trotz aller Hürden mit Bravour und rund 500 Teilnehmern. Da das RD Marketing keine Abrechnungen vornehmen will, ist das Musikkorps Rendsburg gezwungen sich tatsächlich an der Klingenden Herbstparade zu bereichern; denn es bleiben runde 900 € für die Vereinskasse übrig. Wohlgemerkt nicht verlangt sondern per Vertrag aufgezwungen.

September 2004
Das MKRD atmet auf – auch die letzte Zahlung geht ein. Sonst tut sich nichts

Oktober 2004
Das MKRD vermisst eine Einladung zur üblichen Nachlesesitzung, wird nervös und ruft sich beim RD Marketing ins Gedächtnis. Zur gleichen Zeit berichtet die Presse, dass es nun eine 8-10 köpfige Steuerungsgruppe für den Rendsburger Herbst gibt, geleitet von VHS-Leiter Feuser und Museumsleiter Westphal. Das von der Gruppe erarbeitete neue Konzept sagt aus, dass die Stadtfestflächen an Co-Veranstalter vergeben werden, die mit eigenem Programm und Buden aufwarten sollen. Für drei Euro kann sich jeder bewerben, der diesbezüglich etwas vorweisen kann.

November 2004
Das MKRD wird ins RD Marketing Büro eingeladen. Die „angebliche Armut“ des RD Marketings wird beim Reinkommen deutlich, die Jacken müssen über den Stuhl oder an ein paar schwarze Nägel auf weißer Tapete gehängt werden. Doch wenigstens den Kaffe bekommt man umsonst. Aha, so werden also Unterschiede gemacht: „Wie war das noch mit Kaffee, Keksen und Sprudel auf Sitzungen? Auch das MKRD lädt seine Helfer zu Gesprächen ein um Fakten zu klären.“

Im Verlauf des Gesprächs teilt uns Kassenwart Wolfgang Frank das neue Konzept mit und die Tatsache, dass für Programmpunkte wie Klingende Herbstparaden kein Geld mehr gegeben wird. Großzügig bietet er an, das wir uns verkleinern und auf eigene Rechnung mit Musikzügen aus der Nähe in der Stadt herummarschieren bzw. im Stadtseegelände für Programm sorgen. Eine Anregung von Stadtmanagerin Frau Adams, die Veranstaltung außerhalb des Rendsburger Herbstes in den veranstaltungslosen Juni zu legen, wird ignoriert.

Etwas später gibt es noch eine Nachlese für die Vereine. Von den lt. A. Gundlach sonst bei Nachlesen üblichen rund fünfzig Vereinsvertretern sitzen nur noch Dreizehn im Saal, welche aus sieben Einrichtungen einschließlich Sanitäter und Polizei kommen. Das sind deutliche Fakten für die Vernichtung ehrenamtlichen Engagements.

Bei dieser Versammlung wird noch mal das neue Konzept vorgestellt, wobei es heißt, dass sich Vereine künftig kostenfrei im Stadtseegelände tummeln dürfen. Doch Genaues erfährt man nicht, Herr Feuser von der VHS wird als künftiger Ansprechpartner für die Vereine und Verbände genannt, ist aber selbst nicht vor Ort („niedere“ Kultur?). Das Musikkorps Rendsburg kündigt auf dieser Sitzung seinen Rücktritt aus dem Rendsburger Herbst an. Hans-Jürgen Klink begründet es u. a. damit, dass man sich mit der Vermarktung der Flächen nicht identifizieren kann und nicht bereit ist dafür seine Kräfte zu investieren. Unter anderem teilt er aber auch mit, dass es auch Sache des RD Marketings sei die eigene Lobby dafür zu nutzen, dass die Stadt Rendsburg ihre Auflagen mildert, wobei er als Beispiel die Kosten für gehisste Fahnen anbringt, die pro Stück bezahlt werden müssen.

Der ehemalige Rendsburger-Herbst-Organisator Alv Gundlach, der die Nachlese als seine letzte Tätigkeit für den Rendsburger Herbst bezeichnete, legt seinen Vorstandskollegen am Ende der Sitzung nahe, dass Programmpunkte wie die Klingende Herbstparade berücksichtigt werden sollten, was seiner Meinung nach auch in das neue Konzept integriert werden könne.

Die Landeszeitung bringt unseren Bericht über den Rückzug aus dem Rendsburger Herbst nicht.

Dezember 2004
Das MKRD entscheidet sich dazu die Bevölkerung auf anderem Wege zu informieren, Es wird dieser Midiclip mit Impressionen der Klingenden Herbstparade gebastelt und ins Internet hochgeladen. Die Musik dazu wird von Teilnehmern an der Klingenden Herbstparade, dem Spielmannszug Graz aus der Steiermark und dem Fanfarenzug Salzgitter zur Verfügung gestellt.

Kurz darauf fällt die Entscheidung die Seiten der Klingenden Herbstparade als Mahnmal für die Vernichtung ehrenamtlichen Engagements im Internet zu belassen und entsprechend zu verändern.

Januar 2005
Der Rendsburger Herbst geht durch die Presse, scheint zu kippen. Die neue Steuerungsgruppe kommt mit ihrer Vermarktung scheinbar nicht voran. Der Museumsleiter Westphal tritt zurück, begründet das der Presse gegenüber u. a. damit, dass unter der derzeitigen personellen Besetzung eine Rückgewinnung von Vereinen und Verbänden nicht möglich sei bzw. dass er keinen kommerzfreien Raum für Vereine und Verbände schaffen könne. Im selben Artikel wird mitgeteilt, dass der ehemalige RD-Herbst-Organisator nun wieder zu Rate gezogen wird und beratend mitwirkt.

Etwas fadenscheinig kommen den Mitarbeitern im MKRD im Pressebericht die Argumente vor, dass der Schiffbrückenplatz wegen Bauarbeiten nicht zur Verfügung steht. Ausgerechnet für diesen Platz soll angeblich ein attraktives Konzept vorliegen. Die Tatsache, dass der erste Sprecher des Marketings als Ratsherr der Stadt Rendsburg im Bau- und Umweltausschuss sitzt, lässt ohne Frage doch darauf schließen, dass er genau weiß, wann und wo in Rendsburg gebaut wird. Die meisten Bürger wissen es doch auch.

Etwas später erfährt das Musikkorps Rendsburg aus der Presse, dass Herr Krüger ebenfalls aus der Steuerungsgruppe ausgeschieden ist, weil der ehemalige Organisator Alv Gundlach wieder dazukam. Nach einem Eklat soll Herr Krüger den Raum verlassen haben – so stand es in der Zeitung. Ein weiterer Artikel der Landeszeitung im Januar sagt aus, dass Vereine und Verbände sich im Jahr 2005 tatsächlich kostenfrei am Rendsburger Herbst beteiligen können; aber der Artikel sagt - etwas umformuliert, weil man im Artikel eine Aufbesserung der Vereinskasse angibt - auch aus ...

dass Vereine ihr Zubehör für Infostände und die Vereinswerbung nicht mehr durch Verkauf refinanzieren können (das ist unsere Version), da sie mit Standgebühren belangt werden, die bisher nur gewerbliche Budenbeschicker bezahlen mussten, sobald sie einen Euro einnehmen. Unglaublich – nicht jeder Verein kann Starkstromkabel, Pavillone, Zeltmieten, Wasserschläuche etc. aus der Vereinskasse finanzieren. Gewerbliche Anbieter haben so etwas parat. Außerdem können gewerbliche Betreiber ihre Waren später noch anderenorts verkaufen, wenn das Wetter nicht mitspielt und weniger Besucher zum Stadtfest lockt. Die Vereine bleiben zum Teil drauf sitzen und können übrig gebliebene Waren nur noch verschenken. 

Februar 2005
Wir nehmen im Straßenkarneval mit einem Transparent teil, das kurz und bündig auf die Streichung Klingender Herbstparaden hinweist. 
 

    

 
Das Interesse und der Zuspruch der Bevölkerung ist groß. Neben einigen direkten Rückmeldungen und Anerkennungen zählt das Musikkorps Rendsburg in den beiden Tagen danach fast 700 Besucher auf der Homepage. Auch der 1. Sprecher des RD Marketing scheint die Seiten besucht zu haben und ruft an, weil sein Name erwähnt und das RD Marketing Logo verwendet wird.

Nun muss man im MKRD damit rechnen, dass man es rechtlich belangt in Sachen Datenmissbrauch und Copyright. Doch warum eigentlich? Das Musikkorps Rendsburg hat sämtliche Informationen zu Vorstandsmitgliedern öffentlich im Internet oder in der örtlichen Presse gefunden und die Verwendung des Logos wurde im Zusammenhang mit Klingenden Herbstparaden gestattet, so dass es auf allen Programmblättern, Plakaten und Internetseite prangte. Und immerhin ist die Klingende Herbstparade eine Veranstaltung des RD Marketings gewesen – das Musikkorps Rendsburg war nur ausführende Kraft.

Natürlich kann es nicht gefallen, dass aus dem internationalen „Ruhm" nun Negativwerbung wird. Doch ebenso wenig gefällt es dem MKRD, dass man es dazu bringt in dieser Form vorzugehen, weil man es in Sachen Klingende Herbstparade nun handlungsunfähig machte.

Der Wunsch der Mitglieder ist nach wie vor eine Zusammenarbeit nach einem für beide Seite zufriedenstellenden und in jedem Fall auch kostengünstigsten Konzept: Eine Hand wäscht die andere, man bespricht evtl. anfallende Kosten. Der Verein leistet die Arbeit, der Veranstalter die Finanzierung. Es ist doch zu schade, dass man dem Musikkorps Rendsburg im Herbst 2004 lieber 900 € schenkte, statt damit den Startschuss für die 6. Klingende Herbstparade 2005 zu geben. Wenn man von den tatsächlichen Kosten im Jahr 2004 ausgeht, dann wären ja nur noch 2.000 € draufzulegen. Und selbst, wenn man die Höchstkosten zu Grunde legt, dann wäre immerhin schon fast ein Viertel bezahlt gewesen, ohne dass das RD Marketing in die Tasche hätte greifen müssen.  

Die geschätzten Höchstkosten für Klingende Herbstparaden sind mit 3.800 € für 15 teilnehmende Musikzüge ganz sicher nicht zuviel verlangt, zumal das MKRD bereit ist abzurechnen und Überschüsse zurückzugeben. Immerhin erfüllen hunderte von jungen Musikanten aus dem In- und Ausland die Innenstadt mit Musik und alles, was dazugehört leisten 50 bis über 100 Helfer aus drei Vereinen und Bundeswehr z. T. ganztags und sogar in den Nächten ab, weil es notwendig ist, damit alles gelingt. Zwanzig bis Vierzig Mitglieder vom Musikkorps Rendsburg engagierten sich in der Vergangenheit fast durchgehend von Mittwoch oder Donnerstag Abend bis Sonntag oder Montag Abend, damit Rendsburg tagsüber Musik hat und damit sich die Gäste wohlfühlen.

Zur Erinnerung daran, was geleistet wird:
Mittwoch und Donnerstag – Aufbau und Schmücken des Infozeltes
Freitag Nachmittag – Herrichten der Schulunterkünfte – Besetzen des Infozeltes
Freitag Abend – Empfang der Gäste
Freitag Nacht – Nachtwachen in der Schule
Samstag – Betreuung und Begleitung der Gäste in Unterkünften und unterwegs – Besetzen des Infozeltes -Absperren des Schiffbrückenplatzes – Parade – Durchführung der Veranstaltung – eigenes Konzert
Samstag Abend und Nacht – Betreuung der Gäste
Sonntag bis zur Mittagszeit – Betreuung der Gäste – kostenfreie Konzerte von Gästen in Stadtfestbereich
Sonntag Nachmittag – Räumung und Säuberung der Unterkünfte – eigenes Konzert
Sonntag Abend – Abbau im Stadtseegelände

Das Musikkorps Rendsburg zu verurteilen, weil es Helfern, die den ganzen Tag für Klingende Herbstparaden auf den Beinen sind, ein paar Sprudel zum Einkaufspreis oder eine Mahlzeit für 1-2 € oder ähnliche Kleinigkeiten zukommen lässt, ist beim besten Willen nicht zu verstehen. Viele Helfer – und besonders die Kinder ab etwa 10 Jahren - kommen an diesem Wochenende nicht einmal nach Hause und es geht über Gebühr zu erwarten, dass sich z. T. ganze Familien bei den Stadtfestpreisen ein Wochenende lang auf  eigene Rechnung versorgen, während sie eine Großveranstaltung durchführen. Ebenso geht es über das ehrenamtliche Engagement hinaus, wenn Hauptleistungsträger z. B. 40 € an Handygebühren tragen sollen, weil sie am Schiffbrückenplatz, im Stadtseegelände, in Schulunterkünften oder anderswo Probleme lösen müssen, die es bei solchen Großveranstaltungen nunmal gibt. Und da solche Kosten von der fixen Aufwandsentschädigung - 1.000 € - finanziert werden, hat das RD Marketing keinen Grund zum klagen. Fallen die Kosten mal höher aus, dann trägt sie das Musikkorps Rendsburg, weil sie nicht im Kostenvoranschlag enthalten sind.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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