Jahresrückblick 2004

Eine kurze Rückschau auf das Jahr 2005

Wenn man von den Festen wie RD Herbst und Weihnachtsmarkt in Rendsburg absieht, aus denen das RD Marketing quasi alle Spielleute verbannte und andere bürgerschaftlich engagierte Vereine verprellte, haben wir ein erfreuliches Jahr hinter uns gebracht. In großem Maße ist das der Stadt Rendsburg bzw. ihrem Bürgermeister Andreas Breitner und seinem Stellvertreter Jochen von Allwörden zu verdanken. Denn nachdem wir letztes Jahr zu dieser Zeit alles auf Eis gelegt und sogar vom Einstellen unserer Arbeit sprachen, bekamen wir im Lauf des Jahres von dieser Seite wenigstens soviel Rückendeckung und auch Förderung, dass wir doch in die Hände spuckten und relativ gut durchs Jahr kamen. Während die Rendsburger Stadtgarde in der Nachbarschaft Ernst machte und sich auflöste, behielten wir den Kopf auf der Schulter und erlebten und bewegten einiges, obgleich im Einzelfall auch Stolpersteine im Weg lagen. Sie wurden aber beiseite geräumt. Es war gut, dass unser Bürgermeister und sein Stellvertreter sich für uns stark machten; denn sonst gäbe es im Jahr 2006 wahrscheinlich keine Spielleute in Rendsburg.

Wir sind natürlich froh, dass es so ist, wie es ist und eine große Portion Glück spielte dabei die wohl größte Rolle. Anfang 2005 gingen nämlich ganz zufällig Anfragen von Orchestern aus Dänemark bei uns ein. Das führte dazu, dass wir den Stier doch noch einmal bei den Hörnern packten und den Bürgermeister um Unterstützung baten. Er sagte seine persönliche Unterstützung zu und sorgte dafür, dass wir der Aalborg Garde und dem Odense Postorchester gute Gastgeber sein konnten. Sein Stellvertreter setzte sich dagegen besonders dafür ein, dass wir finanziell unterstützt wurden, damit wir zusammen am Trainingslager mit Jugendlichen aus der dänischen Partnerstadt teilenehmen konnten. Und darüber hinaus wurden unsere Musikanten ganz gut gefordert, weil sie - meist sehr kurzfristig - zu "Ehrenauftritten mit dem Bürgermeister" gerufen wurden, für die wir Wunschtitel einstudieren mussten.  

Neben diesen Auftritten für die Stadt sorgte noch ein Bericht in einem landesweit ausgegebenen Infoblatt der Landesregierung für ein paar bezahlte Auftritte. Diese ermöglichten dann zur rechten Zeit,  dass wir Ende August bei einem supergünstigen Angebot für Mellophone und Baritone zuschlagen konnten. Das gab einen großen Motivationsschub und musikalischen Auftrieb. Und überdies sind wir mit diesen Instrumenten konkurrenzfähiger bei Wettstreiten und Meisterschaften.     

Die Vereinsleitung ist dankbar für die Unterstützung von politischer Seite. Noch kommt es vor Ort zumindest finanziell nicht zum Tragen, da sich die Konflikte mit dem RD Marketing negativ auf unser Verhältnis zur Geschäftswelt ausgewirkt haben; aber der Zuspruch und der Schulterschluss von Politikern der Stadt tut gut und lässt auf bessere Bedingungen in naher oder ferner Zukunft hoffen. Nach fast 18 Jahren Vereinsbestehen hat man hier jedenfalls endlich registriert, welche Arbeit wir leisten und dass wir in unserem Verein fast alle förderungswürdigen Bereiche sehr gut miteinander vermischen, nämlich Jugend, Soziales, Bildung, Kultur, int. Jugend- und Kulturaustausch, Leistungsorientierung und Freizeitorganisation. Dafür sind wir unseren Stadtvertretern mehr als nur dankbar dafür, dass sie sich so intensiv mit uns befasst haben und die Arbeit sehr persönlich unterstützen.

In allererster Linie bedankt sich das Musikkorps Rendsburg aber bei seinen kleinen und großen aktiven Mitgliedern, die in Sachen Zusammenhalt, Spontanität und Leistungsbereitschaft auch 2005 wieder große Klasse zeigten. Wenn es drauf ankam, malochten sie emsig wie die Ameisen. Wir sind stolz auf das Durchhaltevermögen bei Erwachsenen, Jugendlichen und sogar den kleinsten Kindern.

FÜR EINE SOLCHE TRUPPE STEHT MAN GERNE EIN!!!

Ein weiterer Motivationsschub für uns ist der Tatendrang von Michaela, die seit Oktober mit Ehemaligen von uns auf den Hof kommt. Es ist schön, die Generationen zu sehen, mit der alles anfing u. a.. Im letzten Vierteljahr gesellte sich auch noch einiges an Nachwuchs dazu, der sich z. T. sehr engagiert und talentiert zeigt. Und zum Weihnachtsfest überreichte uns die Bundeswehr im Beisein des Stadtrates eine Spende, die für Instrumente vorgesehen ist.

Alles in Allem schauen also auf ein gutes Jahr zurück und somit auch zuversichtlich ins Jahr 2006.

Es beginnt mit unserem Vereinsfest am 21. Januar; denn am 17. Januar 2006 ist das Musikkorps Rendsburg volljährig und wir wollen ein Fest für alle mit gemeinsamer Übernachtung im Anschluss.

Dann beteiligen wir uns noch mit einem Infostand bei der Ehrenamtmesse im Kulturzentrum "Hohes Arsenal" am 5. Februar, wo wir nach dem Grußwort unseres Bürgermeisters auch auftreten. Und die Jugendabteilung bereitet sich darauf vor, am 8. Februar gezielt Schüler in mehreren Rendsburger Schulen zu werben. Weiter geht´s im Karneval und dann sind wir auch schon fast wieder in der Hauptsaison. Für das Frühjahr sind u. a. Fahrten nach Rathenow, Mönchengladbach und Kristianstad/Schweden geplant.

Naja, und natürlich arbeiten wir tüchtig an der Nachwuchsausbildung und an der neuen Instrumentenbesetzung, die bei Weitem noch nicht abgeschlossen ist, weil wir nach der Anschaffung der Instrumente von anderen Dingen aufgehalten wurden wie z. B. Laternenumzüge, Weihnachtsmusik, Event der Bahn, Nachwuchs u. m..

Es gibt 2006 einiges zu tun - packen wir es an! Und diese Jahr beginnen wir mit einem ganz anderen Gefühl als das letzte.

 

Ein Horrortrip statt Freude an erfolgreicher Jugend- und Kulturarbeit

Auf dieser Seite haben wir versucht das Jahr 2004 möglichst kurz zusammenzufassen, streifen 
z. T. aber auch vorausgegangene Jahre, damit Unwissende die Situation besser verstehen.

Wir blicken darauf zurück in den letzten Jahren sehr erfolgreich gearbeitet zu haben. Wir konnten Kontakte in die Partnerstädte  Vierzon, Kristianstad, Aalborg, Almere und Rathenow aufbauen sowie zu vielen weiteren Musikvereinen und -Verbänden im In- und Ausland. Wir haben auf großen Volksfesten wie dem RSH-Kindertag, dem Schleswig-Holstein-Tag, dem Rosenmontagszug in Düsseldorf, dem Baumblütenfest in Werder/Havel, der Swinging City in Schleswig gespielt und unsere Stadt  z. T. vor Millionenpublikum gut vertreten. Wir brachten Bronze, Silber und sogar Gold von der Deutschen Meisterschaft und Landesmeisterschaften heim. Wir haben tolle Klingende Herbstparaden und die int. offene norddeutsche Meisterschaft für den Rendsburger Herbst organisiert und durchgeführt und unserer Stadt eine Kultur- und Jugendbegegnung geliefert, die fast Europaweit auf gute Resonanz stieß.

Unser Vereinsjahr 2004 erzählt aber nicht von Freude an diesen Erfolgen und Freundschaften sondern in erster Linie davon, dass unser ehrenamtliches Engagement nicht fortgesetzt werden kann, wenn die gemeinnützige Jugendarbeit nicht genug gefördert sondern stattdessen derart belastet wird, dass fast gar nichts mehr geht.

Um die Zusammenhänge zu verstehen, muss man zurückblicken: Man muss wissen, dass uns unsere Stadt seit dem Jahr 2000 zwischen 1/4 und 1/3 unserer ohnehin schon geringen Beitragseinnahmen für die Nutzung von Schulen entzog. Man muss wissen, dass der Förderkreis Rendsburg uns zufällig zur gleichen Zeit mit der Klingenden Herbstparade beauftragte und uns als kleines Dankeschön u. a. für Weihnachtskonzerte engagierte, was uns die Sorgen um eine Finanzierung der Nutzungsgebühren vergessen ließen, weil dieses Geld die neuen Gebühren decken konnte. Und man muss wissen, dass der Förderkreis RD im Jahr 2003 mit dem RD-Marketing verschmolz, welches - unabhängig vom Erfolg und ohne Rücksicht auf Verluste - alles streicht, was Arbeit oder Kosten mit sich bringt, und das, obwohl es sich beim RD Marketing um einen Zusammenschluss verschiedener Geschäftsleutegruppierungen (incl. dem ehemaligen Förderkreis RD) mit der Stadt, 13 Umlandgemeinden, Kirche und anderen Einrichtungen handelt:

Doch statt ehrenamtliches Engagement zu ermöglichen, wird gestrichen, was gut war!
Man hat nicht einmal ein schlechtes Gewissen dabei; denn die Behörden taten das auch schon seit Jahren.
 Darüber hinaus entstehen Veranstaltungen, die unmittelbar den neuen Verantwortlichen zu Gute kommen. Texte dazu finden sie unter

  

Unser Vereinsjahr 2004:

Januar:
Konzerte auf dem Weihnachtsmarkt in Rendsburg an den Adventssamstagen und Heiligabend waren unverhofft vom RD-Marketing 2003 gestrichen worden: Es fehlte Geld, das wir eigentlich schon verplant hatten, da wir mit dieser Streichung nicht gerechnet hatten. Aber auch die Klingende Herbstparade zum 30. Rendsburger Herbst war nach vorausgegangenen Eskalationen und trotz anderslautender Vereinbarungen in Gesprächen immer noch keine beschlossene Sache. Es musste weiter um sie gekämpft werden. Die Stadt Rendsburg hatte ihren Etat für 2004 noch nicht beschlossen, die Zuschusslage war vollkommen offen.

Wir waren in Sorge um die Finanzierung von Planungen, darunter der gemeldete Start an der Deutschen Meisterschaft in Mainz sowie ein paar Jugendbegegnungsfahrten und eine Ferienreise im Oktober. Außerdem wollte der Reichsverband junger Musiker in unserer Partnerstadt Kristianstad/Schweden uns unbedingt beim 10. int. RUM-Musikfestival dabei haben, nachdem er bisher vergeblich Einladungen nach Rendsburg gesandt hatte. Wir ließen die Teilnahme offen; denn wir hatten andere Verbindlichkeiten und mangels klarer Zuschusslage waren wir ohnehin schon arg in Bedrängnis. Weitere Einladungen zu Musikfestivalen in Deutschland, Spanien, Norwegen und der Partnerstadt Almere schlugen wir daher lieber gleich aus.

Unser Spielenachmittag zum Vereinsgeburtstag und eine Faschingsfeier wurde wegen der unklaren finanziellen Situation und mangels Räumlichkeiten kurzerhand gestrichen. Sämtliche Anschaffungen wurden auf Eis gelegt. 

Februar:
Der Startschuss für die 5. Klingende Herbstparade fiel, nachdem wir ein letztes mal Druck auf das Marketing ausübten. Endlich konnten wir Musikzüge einladen. Zur gleichen bastelten wir an mehreren Tagen 
einheitliche Kostüme  für unsere vertraglich vereinbarte Teilnahme am Rosenmontagszug in Düsseldorf 

Das RD-Marketing lud zu einer Vereine- und Verbändesitzung für den "Jubiläums-Rendsburger-Herbst" ein, stellte im Schreiben u. a. in Aussicht, dass man Vereine besser einbeziehen wolle. Doch es gab gar kein Konzept, stattdessen wiederholte man die Nachlese für 2003 und forderte die Vereine auf wie bisher weiterzuarbeiten. Man brauche mehr Zeit, hieß es. Als das RD-Marketing später noch mal zu einer Vorbereitungssitzung einlud, erschien nicht einmal ein Verantwortlicher mehr.

Unsere Jahreshauptversammlung verlief harmonisch, Vereinsleitung und Mitarbeiter wurden einstimmig wiedergewählt und der Mitarbeiterkreis wurde komplettisiert.

Der Etat der Stadt Rendsburg blieb unklar, wir mussten uns weiter sorgen.

März:
Die Jugendvollversammlung verlief ebenfalls harmonisch.
In den Frühjahrsferien absolvierten unsere Jugendsprecherinnen erfolgreich den JuLeiCa-Kurs.
Ende März übernahm Bürgermeister Breitner die Schirmherrschaft für die 5. Klingende Herbstparade.

April:
Das Osterbasteln mit Spiel ohne Grenzen am Karfreitag geriet mangels Räumlichkeiten ins Wanken, wurde dann aber in einer Notlösung durchgeführt. Gebastelt wurde in einer Seniorenwohnanlage in Westerrönfeld und getobt wurde auf dem 
Schulgelände des Kronwerkgymnasiums in Rendsburg - ohne Dach übern Kofp oder Toiletten

Die Fahrt zum befreundeten Spielmannszug und dem Baumblütenfest in Werder/Havel  (Seite 2) stand auf der Kippe:  Der Etat der Stadt Rendsburg war immer noch nicht klar, unsere Nachbargemeinde Büdelsdorf teilte mit, dass die Zuschüsse für Jugendpflegefahrten dort bereits seit längerem gestrichen sind. Ein paar sozialschwache Mitglieder konnten die Summe für die Reise nicht aufzubringen und die restliche Mannschaft drohte ohne sie nicht spielfähig zu sein. Die Fahrt wäre dem Verein ohne komplette Mannschaft auch zu teuer geworden, weil jeder leere Platz im Bus Kosten verursacht. Man erwog die Fahrt abzublasen. Anfragen beim Sozial- und Jugendamt sowie beim Kreisjugendring waren ergebnislos: "Wer keine Sponsoren hat, fällt hinten raus," hieß es u. a. am Telefon. Doch dann kam von der Stadt ein telefonischer Tipp, der wenigsten den Ärmsten unter uns eine Entlastung brachte, so dass für die Mannschaft in letzter Minute klar war: "Wir fahren und streichen nötigenfalls andere Sachen dafür!" 

Den RUM-Verband in Schweden hielten wir bei telefonischen Rückfragen weiter hin, wir konnten uns keine weiteren Verbindlichkeiten leisten. 

Mai:
Der Wonnemonat Mai war geprägt von Vorbereitungen auf die Deutsche Meisterschaft in Mainz. Als die Stadt endlich ihren Etat beschlossen hatte, wurde dieser vom Landesrechnungshof blockiert, womit die Zuschusslage immer noch nicht geklärt war. Alles lag in Rendsburg auf Eis und es traf lt. Presse nicht nur die Jugend- sondern auch die  Seniorenarbeit und vieles andere mehr in Rendsburg.  

Ein paar Auftrittseinnahmen und der immense Wille unserer Mitglieder stellten endlich auch die Finanzierung dieser Fahrt am Ende sicher: Wir fuhren, obwohl nicht alle rechtzeitig bezahlen konnten. Unser Start an der Deutschen Meisterschaft in Mainz wurde am Ende des Monats mit einem Bronze- und einem Silbererfolg belohnt.

In diesem Monat nahm auch der Spielmannszug Graz aus der Steiermark in Österreich Kontakt zu uns auf um eine Woche in Rendsburg zu verbringen und an der Klingenden Herbstparade teilzunehmen. Wir freuten uns darüber; aber Rendsburg sollte sich in dieser Angelegenheit von einer sehr ungastlichen Seite zeigen.

Juni:
Ein paar Einnahmen beim Vogelschießen und wiederum der Hintergedanke, nötigenfalls unsere Herbstvorhaben zu streichen, sorgte dafür, dass wir endlich unsere
Teilnahme am RUM-Festival in Kristianstad zusagen konnten. Diese Reise lohnte sich besonders, denn sie gab den Mitgliedern Einblicke in die klassische Musik, Folklore u. m.. Außerdem entwickelte sich ein herzlicher Kontakt zu den Organisatoren des Reichsverbands junger Musiker "RUM" in der Partnerstadt von Rendsburg.

Eine Unterkunft für die Grazer Spielleute war in ganz Rendsburg nicht zu finden. Die Stadt wollte keine Sporthalle zur Verfügung stellen und verwies auf die Jugendherberge. Dafür setzte sich die Christkirchengemeinde und der Bürgermeister einer Nachbargemeinde für diese Jugendbegegnung ein. Die Räumlichkeiten der Kirche erwiesen sich aber als zu klein und die Deulahalle war so teuer, dass die int. Jugendbegegnung weiterhin zu scheitern drohte.

Irgendwann in diesem Monat ging dann aber wenigstens der Etat der Stadt Rendsburg klar, es gab glücklicherweise doch noch Zuschüsse für Jugendpflegefahrten.

Kurzfristig wurden wir zu einer Sitzung anlässlich einer schon länger geplanten Integrierung in das Ganztagsschulprojekt der Altstadtschule eingeladen, zu der auch andere Vereine und ein verantwortlicher Stadtvertreter erschienen. Etwas fragwürdig erscheint uns bis heute, warum letzterer den Vereinen dort erzählte, dass die Stadt höchstens 15 Cent pro Schüler und Stunde an mitwirkende Vereine bezahlen könne. Als wir nämlich einen Monat später einer Einladung von MdB Ulrike Mehl zu einer Informationsveranstaltung über Ganztagsschulprojekte folgten, erfuhren wir, dass das Land der Stadt immerhin 36 Cent pro Schüler und Stunde für diese Zwecke zur Verfügung stellt.

Juli:
Auf einen öffentlichen Gästebucheintrag von uns hin, meldete sich unverhofft ein Sponsor aus der Türkei, der bereit war die Unterkunftskosten für die Grazer zu übernehmen. Als gebürtiger Rendsburger wollte er etwas für uns tun, weil er auch die Stadt Graz kennt. Unsere Freude war groß, doch nach dieser Erlösung wurde sie von anderem Ärger gleich wieder gedämpft:

Die Stadt lehnte die Nutzung von Schulräumen in den Sommerferien ab, obwohl wir uns dringend auf verschiedene Großeinsätze vorbereiten, die Klingende Herbstparade und die Woche mit den Österreichern koordinieren mussten. Doch sämtliche Schulen waren für die int. Jugendspiele der Stadt RD geblockt. Man wies uns für eine Woche den Schulhof zu, und das war´s. Nun waren wir fast sieben Wochen lang "obdachlos", konnten weder proben noch hatten wir Räume um unsere Mitglieder für Planungen oder Training zusammenzubringen.

Darüber hinaus teilte die Stadt uns auch noch mit, dass man uns aus dem Programm der Jugendspiele rausfallen lässt, weil angeblich zu viele Bewerber da seien. Bei den Jugendspielen musizierten aber wiederkehrend die gleichen Gruppen - meist aus den Partnerstädten. Unsere Jugend fühlte sich am Rande des Festplatzes ziemlich ausgestoßen von der int. Jugendbegegnung in ihrer Stadt. Und die Erkenntnis, dass es sich um eine sportliche Jugendveranstaltung handelt und das Musikkorps Rendsburg bei der Stadt als Sportverein geführt wird, ließ einigen Unmut aufkommen. Allzu oft fühlte sich das Musikkorps Rendsburg als Sportverein degradiert, wenn es um Kultur in Rendsburg ging, und nun sollte es dastehen und auch vom Sport ausgeschlossen sein? Aber so ist das, wir bekommen regelmäßig zu spüren, dass wir weder als Kulturfördernder noch als Sportverein (wir sind beides) anerkannt werden.

Nebenbei flatterte uns (nach nur 1 1/2 Jahren statt 3) unverhofft auch noch eine Finanzamtprüfung ins Haus, die dazu führte, dass uns nach den frustrierenden Begebenheiten im Jahr 2003/2004 auch noch vor Augen geführt wurde, wie die Stadt Rendsburg den Verein im Jahr 2000 in Bedrängnis gebracht hatte und wieviel Beiträge uns für Nutzungsgebühren seitdem verlorengingen, was wir ja kaum gespürt hatten, solange wir Klingende Herbstparaden und Weihnachtskonzerte durchführten. Nun wurde uns langsam klar, dass die Problem nur indirekt vom RD-Marketing ausgingen, der Urheber aber unsere Stadt war.

Als wir zum Nachweis unserer gemeinnützigen Arbeit die Protokolle und Tätigkeitsberichte der Vorjahre aus dem Keller holten und sie lasen, erinnerten wir uns u. a. an Gespräche mit der damaligen Kulturamtsleiterin Pfaffe, die uns massiv unter Druck setzte und ankündigte uns die Nutzung der Schulen zu untersagen, wenn der Nutzungsvertrag in den Ferien nicht unterzeichnet wird.  Wir hätten unsere gemeinnützige Jugendarbeit sofort einstellen müssen, wenn wir dem Druck nicht nachgegeben hätten; denn wir suchten einen Anwalt auf und der machte uns klar, dass die Stadt nunmal Hausherr ist.

Der Kampf ums Überleben zog sich damals über ein halbes Jahr und ging massiv an die Substanz. Am Anfang dieser Sache fordert man das Dreifache unserer Beitragseinnahmen, nämlich 70 - 90 DM/wöchentlich von uns. Das konnte noch runtergehandelt werden; aber mit Unterzeichnung des Schulnutzungsvertrages verloren wir 1/4 bis 1/3 unserer ohnehin sehr geringen Beitragseinnahmen an die Stadt und mussten in den Folgejahren notgedrungen verschiedene Instrumentalgruppen zusammenpferchen um Kosten einzusparen - sehr zum Leidwesen der Kinder und Ausbilder. 

Mit dem Lesen der Protokolle aus der Vergangenheit fiel unsere Stimmung verständlicherweise auf den Nullpunkt; denn dabei fiel uns ein, dass wir vor diesen Vorfällen wesentlich komfortabler arbeiten konnten und einige Stresssituationen und Sorgen niemals aufgetreten wären, wenn die Stadt nicht zugelangt hätte.

Eine recht anstrengende; aber auch notwendige, 14-tägige Ablenkung für Familie Klink war zu dieser Zeit die Aufzucht eines Mauerseglers, den die Jugendsprecherinnen an die Vereinsadresse ablieferten. Der Vogel konnte nirgendwo in Schleswig-Holstein abgegeben werden, weil er stündlich Futter brauchte. Und so musste er auch zu Vereinsterminen mit - sehr zur Freude der Kinder im Verein.

Einen Auftritt bei der Swinging City in Schleswig konnte das Musikkorps Rendsburg trotz fehlender Probenarbeit gut hinter sich bringen, auch wenn er musikalisch bei weitem nicht mehr mit der musikalischen Leistung bei der Deutschen Meisterschaft zu vergleichen war.

August:
Der August lief für sämtliche Mitarbeiter und Musiker ab wie ein Film. Verlorene Zeit musste aufgeholt werden, es gab großen Zeitdruck und Stress pur. Die Fäden für die Organisation des Rendsburger Herbstes (Personaleinteilung, Infostand, Klingende Herbstparade etc.) und die einwöchige Jugendbegegnung mit den Grazern mussten nach den Ferien zusammengefügt werden. Darüber hinaus mussten musikalische Einbußen durch die 7-wöchige Zwangspause einigermaßen wettgemacht werden um sich bei Einsätzen wie dem
Schleswig-Holstein-Tag in Flensburg,  dem Musikfest vom Soundorchester Owschlag, der Klingenden Herbstparade und anderen möglichst gut präsentieren zu können.

Irgendwann flatterte der Standvertrag für Vereine und Verbände auf dem RD-Herbst ins Haus, in dem das RD-Marketing vorschrieb die Waren bei einem bestimmten Händler zu kaufen. Wir ignorierten das und unterschrieben keinen Vertrag. "Sollten die doch ruhig die Frechheit besitzen Kinder und Jugendliche beim Aufbau von Ständen zu vertreiben," dachten wir uns. Mittlerweile traute man den Verantwortlichen schon alles zu; aber das geschah glücklicherweise nicht.

Unsere einwöchige Herbstfahrt bliesen wir zu dieser Zeit ab, sozialschwache Mitglieder bezahlten nicht termingerecht und weitere finanzielle Sorgen konnte die Vereinsleitung nicht in Kauf nehmen.

Unsere gut 40 Gäste aus Österreich empfingen wir am Sonntag vor dem Rendsburger Herbst mit einem Spiele- und Grillnachmittag. Traurig war, dass man den Grazern während ihres Aufenthaltes in Rendsburg nicht einmal die Möglichkeit gab für ein Mittagessen ein Konzert zu geben, und das obwohl ab Donnerstag das Stadtfest in vollem Gang war und man in den Jahren zuvor händeringend nach Spielleuten für den Donnerstag und Freitag suchte. Eigentlich sollte das Musikkorps Rendsburg ja auch den Schnupperabend am Donnerstag wieder durchführen, was aber abgelehnt wurde um keinen weiteren Vertrag eingehen zu müssen.

Glücklicherweise waren andere Städte dann gastfreundlicher und großzügiger, doch nun waren unsere Mitglieder "gezwungen" trotz der RD-Herbstvorbereitungen und während des Stadtfestes mit ihren Gästen durch die Lande zu reisen, schließlich wollte wir den neugewonnen Kontakt ordnungsgemäß pflegen und vertiefen. Rendsburg sahen die Grazer nur kurz am Freitag Vormittag und während der Klingenden Herbstparade. Zwischen Standöffnung und Schuleinrichtung führte Hans-Jürgen Klink die Österreicher im Galopp durch das Zentrum und erzählte etwas aus der Stadtgeschichte. Wirklich schade; denn unser Rendsburg ist eigentlich ein attraktiver und von Wasser umgebener Ort mit einer turbulenten Geschichte. 

Naja, wir hatten bis zur Ankunft der Grazer Gäste wenigstens alle Zeitverzögerungen aufgefangen, die uns die Zwangspause in den Sommerferien beschert hatte, und mussten uns für den RD-Herbst "nur noch" auf Einkäufe, Aufbau, Vervielfältigung und Verteilung von Werbung sowie die Betreuung der Gäste und Durchführung der Klingenden Herbstparade konzentrieren. Doch auch da machte man uns einen Strich durch die Rechnung und belastete uns nochmal:

Wenige Tage vor dem Rendsburger Herbst wurden wir vom RD-Herbst-Veranstalter, dem RD-Marketing, aufgefordert, uns selbst um eine Ersatzbühne und Beschallung für die Veranstaltung zu kümmern, wobei man auch noch einen Kostenvoranschlag verlangte. Und nur eine gute Stunde vor der Klingenden Herbstparade untersagte uns die Polizei die lt. RD-Herbst-Büro angeblich längst bewilligte Marschroute, so dass unsere jugendlichen Zugbetreuer auf ihr Mittagessen verzichten und auf die Schnelle eine neue Route auskundschaften mussten, die unserem Zeitplan entsprach.

Zur gleichen Zeit reisten die letzten Gäste an und die Dirigenten fanden sich zur Besprechung im Infozelt ein. Während letzte Programmabsprachen liefen, erfuhren Klink´s, dass der Schiffbrückenplatz gar nicht frei war; denn verschlossene Bierbuden, Festzeltgarnituren und ein Beschallungzelt vom Vorabend sperrten den Platz. So konnten die Musikzüge unmöglich einmarschieren. Der Platz war ohnehin schon kleiner als in den vorigen Jahren, weil die Wiese nicht nutzbar und die Verkaufsbuden direkt drauf standen. Nun droht die Veranstaltung sogar zu platzen; aber H.-J. Klink zog auf der Stelle das Personal an anderen Stellen ab um den Platz auf die Schnelle zu räumen. Und glücklicherweise fand sich eine Standbeschickerin, die hurtig einen LKW organisierte, nachdem sich die verbarrikadierten Buden nicht von Hand bewegen ließen. 
 
Während der Schiffbrückenplatz freigeräumt wurde, wartete C. Klink an der Eiderkaserne auf die Polizei, die kurz vorher am Telefon doch wenigstens ihr Kommen zur Parade zugesagt hatte. Als endlich die Info kam, dass der Schiffbrückenplatz frei war, musste die Parade aber ohne polizeiliche Straßensicherung in Gang gesetzt werden. Und so wurden die Musikzüge während ihres Marsches durch das Zentrum von PKW´s gefährdet, die aus Seitenstraßen kamen, sie bedrängten, überholten und gefährlich zwischen ihnen einscherten. 

Aber glücklicherweise kam keiner zu Schaden und unsere Bilder zeigen eine schöne Veranstaltung.

Die Klingende Herbstparade war auch dieses Jahr ein voller Erfolg, und wir sind stolz auf unseren kleinen Verein mit seinen 25 - 30 Mitgliedsfamilien, die in den vergangenen Jahren - einschließlich der int. offenen norddeutschen Meisterschaft 2002 alle Klingenden Herbstparaden zu einem Erfolg werden ließen.

September:
Zwei Wochen nach dem Rendsburger Herbst reisten wir - um Kosten zu sparen - in einer Autokolonne  
zu den Stadtspatzen, einem Spielmannszug in der Partnerstadt Rathenow, dem wir einen Gegenbesuch schuldeten. Die Stadtspatzen feierten ihr 5-jähriges Bestehen im Rahmen ihres Stadtfestes. Es war eine schöne Fahrt; aber gleichzeitig wurde die Negativeinstellung zur eigenen Stadt noch vertieft; denn die verhältnismäßig komfortable Unterbringung in mehreren Schuletagen und der Ablauf des dortigen Stadtfestes erinnerten uns an längst vergangene Zeiten, in denen wir auch in Rendsburg noch fröhlich motiviert für Jugendbegegnung und Musikfeste dieser Art arbeiten und beim Stadtfest auch feiern konnten. Dies geschah zu einer Zeit, als die Stadt noch selbst Hand anlegte, was heute nicht mehr der Fall ist.

Obwohl der Rückgang musikalischer Leistungen unserer Kinder zu diesem Zeitpunkt immer noch nicht ganz aufgefangen war, starteten wir eine Woche später wie geplant auf einer Wertung in Elmshorn. Wir erreichten einen zufriedenstellenden 3. und 4. Platz und waren endlich den Druck los, der auf uns allen lastete. Mit dieser Wertung hatten wir das Schlimmste hinter uns gebracht. Um die Laternen- und Fackelumzüge brauchten wir uns nicht so sehr zu sorgen.

Eigentlich sollte jetzt die Probenarbeit der Fortgeschrittenen intensiviert werden um den entstandenen Schaden wieder wett zu machen; aber nun brachte man uns Schüler der Altstadtschule. Wir mussten völlig umdenken und den Probenbetrieb darauf einstellen. Diese Mühe lohnte sich aner insofern, dass wir durch eine Kooperation keine Nutzungsgebühren mehr an die Stadt bezahlen müssen. Darüber hinaus soll es künftig keine Probleme mehr mit Räumlichkeiten geben. Doch dankbar können wir irgendwie auch nicht sein; denn in Abständen kommt uns der Gedanke hoch, dass man diese Kooperation auch Zwangsarbeit nennen könnte. Denn wenn wir nicht kooperieren würden, wären wir nach wie vor immer wieder obdachlos und Rendsburg würde einen Großteil unserer Beiträge verschlingen, während die ehrenamtlichen Mitarbeiter gemeinnützig für fremder Leute Kinder einstehen, sie musikalisch ausbilden und noch draufzahlen, damit der Verein überlebt.

Oktober:
Der Oktober entlastete unsere angespannte Haushaltslage durch Einnahmen bei den Laternen- und Fackelumzügen und die Jugendabteilung führte ganz gelungen
unsere zweite Halloweenparty mit Übernachtung durch.

November:
Im November verpasste das RD-Marketing der Klingenden Herbstparade den Bugschuss, nachdem dessen Vorstand beschlossen hatte das Stadtfest 2005 komplett an Co-Veranstalter zu vergeben. Vereine und Verbände dürfen sich zwar unter Federführung des Volkshochschulleiters, Peter Feuser,  noch im Stadtseegelände aufhalten; aber für ihr Programm gibt man nichts mehr dazu. Auf diese Mitteilung hin kamen wir mit unseren Mitgliedern zusammen und entschieden uns nach 17-jähriger Teilnahme aus dem RD-Herbst zu verabschieden.

Auch andere Vereine verlassen das Stadtfest, was wir z. T. in Privatgesprächen erfuhren. Bei der diesjährigen Nachlese für den RD-Herbst 2004 erschienen jedenfalls inclusive uns, der Polzei und Sanitäter nur noch sieben Rendsburger Gruppen, vertreten durch 13 Personen - sonst kamen rund 50. Aber immerhin ließen sich auf dieser Sitzung auch wieder Verantwortliche aus Veranstalterreihen blicken, wobei allerdings ausgerechnet Herr Feuser wieder fehlte, der lt. Versammlung der Ansprechpartner für Vereine ist.

In Bezug auf internationalen Jugendaustausch setzte sich der Reichsverband junger Musiker in der Partnerstadt Schweden noch einmal für die Klingende Herbstparade ein, indem er an die Landesregierung und Ministerien schrieb. Wir selbst folgten diesem Weg und berichteten zusätzlich über das, was uns in den letzten Jahren widerfahren ist und was zur Aufgabe ehrenamtlichen Engagements führen muss, wenn Politiker und Behörden nicht umdenken. Wir baten die Ministerpräsidentin inständig darum etwas zu tun, damit engagierte Menschen wie wir den Kindern nicht den Rücken kehren um zur Ruhe zu kommen und vielleicht in einer Kapelle einfach nur noch ein Instrument zu spielen, wobei wir zum Ausdruck brachten, dass kein Mensch seine Grenzen ständig überschreiten kann.

Dezember:
Nach dem Streichen der Weihnachtskonzerte in Rendsburg präsentierten wir uns dieses Jahr auf dem
Weihnachtsmarkt in Itzehoe und in Rieseby mit unseren Weihnachtstiteln. Andere Weihnachtsmärkte haben Interesse an unserer Musik bekundet, so dass wir uns wenigstens auf diesen Bereich unserer Arbeit wieder freuen können und unser mit rund 30 Titeln ziemlich großes Weihnachtsrepertoire aufrecht zu erhalten.

Vom RUM-Verband ging uns ein schwedischer Presseartikel zu, der sich mit der Problematik in Rendsburg, der Klingenden Herbstparade und internationalem Jugendaustausch auseinandersetzte. Am selben Tag erfuhren wir via Email auch noch, dass der Weltmeister der Marschparade, Jong Advendo aus Sneek Holland sich Rendsburg im Terminkalender vorgemerkt hatte. Es war mehr als frustrierend, so etwas zu erfahren und Bilder zu sehen, die dem Musikfestival sicher eine noch größere Wertschätzung in Europa verpasst hätte. Mit großer Wut im Bauch entschieden wir uns nun, ein Midifile (3,5 MB-wmv-Datei) zu basteln, um den Besuchern unserer Seiten einen Einblick in das zu geben, was wir für Rendsburg erarbeitet haben bzw. um den Verantwortlichen unter die Nase zu reiben, was diese Stadt einfach wegwirft, nur weil verantwortungslose Macher und die Stadt Rendsburg nicht interessiert daran sind so etwas zu fördern oder auch nur, weil behördliche Auflagen und Gebühren zu hoch sind um sie auf eigene Rechnung durchzuführen.

Am 16. Dezember erreichte uns im Auftrag der Ministerpräsidentin Heide Simonis eine Mitteilung von der Staatskanzlei, dass sich nun die Landesinitiative Bürgergesellschaft mit unseren Problemen befasst und dazu aufgefordert wurde Kontakt zu uns aufzunehmen. Zwar erwarten wir nicht, dass man von dieser Stelle etwas in unserer Stadt erreichen kann; aber es motiviert uns doch ein wenig, dass man sich auf Landesebene mit unseren Problemen befasst.

Auf unserer Weihnachtsfeier präsentierte unsere Jugendabteilung neue Spiele, die Helga und die Jugendsprecherinnen im November vom Spieleseminar der SVSH in Plön mitgebracht hatten. Unser Vereinsjahr schlossen wir - wie immer am letzten Probenabend - mit einem Gruppenbummel über den Weihnachtsmarkt in Rendsburg ab. 

Das Jahr 2004 war ein Jahr, das wir in einer Berg- und Talfahrt hinter uns brachten. Erfolgserlebnisse gingen unter in Sorgen und Nackenschlägen. Am Ende des Jahres entschieden wir erstmal alles auf Eis zu legen, was Geld kostet. Nun warten wir die Jahreshauptversammlung und sonstiges  ab. Auf Rendsburg und den Kreis RD-Eck  ist kein Verlass, und die Vereinsleitung kann nicht mehr wie bisher mit dem Privatvermögen für Risiken hinhalten, weil ein recht hoher Mitgliedsanteil aus sozialschwachen Familien kommt, die gar nicht imstande sind die gemeinnützige Jugendarbeit zu finanzieren. Musikalische Bildungsarbeit, pädagogische Jugendarbeit, kultureller Austausch, Starts an Leistungswettbewerben, Teilnahmen an Jugendbegegnungen, Freizeitaktivitäten, Jugendpflegefahrten sowie das Vereinszubehör wie Instrumente, Noten und Uniformen können längerfristig nicht mehr sichergestellt werden.

Es liegt  am Anfang 2005 alles brach beim Musikkorps Rendsburg -  traurig aber wahr. Doch wenn öffentliche Stellen die gemeinnützige Jugendarbeit nicht  ausreichend  zu fördern wissen, dann wird der Verein  seine Arbeit auf ein Minimum herabfahren und nötigenfalls sogar ganz  einstellen müssen. Schon heute sind  die Uniformen knapp, die der Verein allein finanziert, weil sie unter Sportbekleidung laufen. Und wenn die ersten Trompeten zu Bruch gehen, wird es kritisch. Noch tiefer als bisher können Vereinsmitarbeiter nicht in die Tasche greifen. Immerhin seit 17 Jahren halten sie einen jugendbildenden Verein über Wasser, der ihnen  für ihren Einsatz nichts geben kann.

Der ganze Lohn, den Mitarbeiter und Ausbilder für ihre Investitionen erhalten, ist die Freude am Erfolg der Kinder und Jugendlichen, der Publikumsapplaus und die Freundschaften zu ähnlich gearteten Musikvereinen im In- und Ausland. Es ist ein schöner aber undankbarer Lohn, und diesen Menschen sind wir dankbar für ihre motivierende Herzlichkeit, die unsere Mitarbeiter weiterarbeiten lässt.

Dagegen stehen aber eine stetig wachsende Ignoranz und fehlende Akzeptanz vor Ort, eine unzuverlässige Zuschusslage und die zermürbende Bürokratie, die immer größer werdende Sorgen auftreten lässt und den Verein kontinuierlich vor finanzielle Probleme stellt, wenn es um internationale Jugendbegegnungen, Pflegefahrten oder Anschaffungen geht. 

Wir sind ein anerkannter Jugendhilfeträger und wir sind gemeinnützig und damit rechtlich "besonders förderungswürdig" aufgrund unserer

"Förderung der Kultur im Bereich der Musik" 

Doch alles, was wir davon haben, ist, dass man uns in Abständen behördlich überprüft, mal müssen wir Statistikformulare ausfüllen, mal schaut uns das Finanzamt ins Kassenbuch. Doch der Kulturtopf ist für uns geschlossen und eine Förderung erfolgt nur, weil wir als Turnermusiker dem Sport untergeordnet sind. Nachdem die Behörden systematisch die Zuschussverteilung an Verbände abgeben, müssen wir wohl - einem Infobrief des KSV zufolge - künftig auch noch sportliche Übungsleiterlizenzen für unsere Musikausbilder bezahlen, damit wir geringfügige Zuschüsse für sie bekommen. Das wäre eine zusätzliche finanzielle Belastung, die dazu führt, dass wir musikalisch noch weniger vorwärtskommen können. Schließlich müssen wir schon musikalische Fortbildungen für die Ausbilder bezahlen und als Jugendhilfeträger auch noch die Aus- und Fortbildungen unserer Jugendleiter.

Und auch der Landessportverband straft uns damit, dass wir, obwohl wir wie jeder Turnverein unseren Beitrag bezahlen, kaum noch an Instrumentenzuschüsse herankommen; denn für

UNSER SPORTGERÄT

gibt es nur noch Zuschüsse, wenn am Ende des Jahres etwas übrig bleibt. Schön, schön, der Kreis gibt die Mittel an den Verband und dieser verschlingt unseren Anteil und verschiebt ihn von der Turnermusik in den Sportlertopf. 

Vielleicht sollten wir uns lieber um Jahrzehnte zurückentwickeln. 
Das Musizieren nach Zahlen, Hieroglyphen und Gehör ist leichter zu vermitteln.
Die Billigflöten klingen zwar hässlich, können aber von fast jedem gekauft werden.
Die Arbeit wäre nicht so kräftezehrend wie die Bildungsarbeit, die wir heute leisten.
Man bräuchte kein Geld für Noten ausgeben und könnte Kosten einsparen Kosten für Leistungswettbewerbe und mehr.
Und einmal die Woche Proben nach dem Motto, ich spiel vor, du spielst nach würden dann reichen.   

Die Musik wäre zwar unsauber, würde aber für viele Auftritte auch noch reichen. Und letztendlich würde man bei schlechter Leistung auch besser bzw. einsichtig die ziemlich schlechte Behandlung verkraften und hätte weniger finanzielle Sorgen.

Schiet was auf Pisastudie und Jugendbildung! Ist es das, was man erreichen will? 

Wir denken: "NEIN! Folgendes ist besser!" Aber ohne Förderung...
gibt es keine Jugendarbeit, wie sie im Buche steht!
 

Am Anfang des Jahres 2005 machten wir uns auf den Weg zum Sozialministerium und redeten mit Dr. Zängl über unsere Probleme. Dabei heraus kam nicht viel, außer dass wir uns doch an die Diakonie wenden sollten. Aber immerhin wollte man unsere Vereinsarbeit im Mitteilungsblatt der Landesregierung "Wir in Schleswig-Holstein" vorstellen und zwecks Sponsorensuch im Land verteilen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 



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